Mother von Sen.se im Test
Little Mother is watching you

Überwachung mit freundlichem Gesicht: Der Elektronikhersteller Sen.se hat Sensoren entwickelt, die Schlaf, Aktivität und Anwesenheit messen. Darüber wacht die Mother, eine Station mit Gesicht – und einigen Zicken.
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Immer mehr Gadgets überwachen – und bevormunden – den Menschen: Es gibt Schrittzähler, die dazu animieren, mehr zu Fuß gehen; Schlafsensoren halten zu einer ausgedehnten Nachtruhe an; und eine schlaue Gabel mahnt zum langsamen Essen. Dieses Konzept treibt ein französisches Unternehmen auf die Spitze: Sen.se hat einen Satz Sensoren entwickelt, der so unterschiedliche Dinge wie Schlaf, Bewegung, Zahnhygiene und die Anwesenheit im Haus messen kann. Das Gesicht dieser gutmütigen Überwachung ist eine Station mit Augen und Mund, die der Hersteller tatsächlich Mother nennt.

Das Motto des Produktes lautet „What do you care about today?“, deutsch: Was ist dir heute wichtig? Auf früheren Verpackungen druckte der Hersteller den Satz „Mother knows everything“, das war aber wohl zu nah an Big Brother. Was der kleine Überwachungsapparat kann und wie er sich dabei anstellt, zeigt unser Test.

Probleme bei der Einrichtung

Die Zentralstation wird an den Router angeschlossen, damit sie darüber die Daten und Nachrichten aufs Smartphone schicken kann. Nach wenigen Handgriffen leuchten die Augen und der Mund auf: Die elektronische Mutter ist einsatzbereit.

Aufwendiger ist die Einrichtung der Sensoren, die der Hersteller Cookies nennt. Bevor man sie am Schlüsselbund anbringen oder unter die Matratze legen kann, müssen alle einzeln mit der Station gekoppelt und anschließend mit Apps bespielt werden. Dabei hakt es immer wieder. Im Test konnten die Cookies nicht immer einwandfrei erkannt werden, auch die Aktualisierung der Software gelang nicht.

Mehrere Nutzungsszenarien

Sen.se bietet mehrere Nutzungsszenarien an, die Sensoren lassen sich entsprechend programmieren. Wer etwa seine Aktivität messen will, trägt einen Sensor in der Tasche, wer seinen Schlaf überwachen will, legt ein Gerät unter das Bettlaken. Der Hersteller liefert Hüllen, Klettbänder und Knete mit, um die Befestigung am Schlüsselbund oder einer Pillendose zu erleichtern. Insgesamt überwacht die Mother bis zu 24 Cookies.

Der Hersteller hat mehrere Szenarien für den Einsatz der Sensoren entwickelt. Als Schlafwächter messen sie beispielsweise anhand der Bewegungen, wann man ins Bett geht, wann man wegdämmert und wie lange man in der Nacht tief oder leicht schläft. Die Ergebnisse wirken überraschend präzise. Damit sich Nutzer in der richtige Schlafphase wecken lassen können, dürfen sie allerdings ihr Smartphone nachts nicht ausschalten oder in den Flugmodus versetzen. Blöd, wenn dann eine SMS die Nachtruhe stört.

Akkurat sind auch die Ergebnisse des Schrittzählprogramms, wenn man einen Sensor am Schlüsselbund befestigt. Die App errechnet die zurückgelegte Distanz und die verbrannte Kalorienmenge, und wer sich wenig bewegt, bekommt einen mahnenden Hinweis aufs Smartphone geschickt.

Ein Problem liegt allerdings im System: Der Sensor kann die Daten nur übertragen, wenn man zu Hause ist. Unterwegs bekommt man also keinen aktuellen Zwischenstand angezeigt - gerade dann, wenn etwas Motivation hilfreich wäre. Das ist wiederum kein Problem, wenn die Mutter die Anwesenheit überwachen soll. Sobald der Funkchip außer Reichweite ist, kann man sich eine Nachricht schicken, umgekehrt ebenso.

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Vom Kaffeeverbrauch bis zum Zähneputzen

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