Motorokr Z6
Motorokr 2.0 – iTunes outside

Das erste Rokr von Motorola, auch "iTunes-Handy" genannt, hatte schnell traurige Berühmtheit unter dem Spitznamen "Lemn", Zitrone, erlangt. Es enttäuschte auf der ganzen Linie. Jetzt kommen die Amerikaner mit einer Neuauflage - und schießen iTunes in den Wind.

Microsoft als Partner ist angesagt, genau genommen der Mediaplayer 11. Vorweg: Die Totaloperation am offenen Prozessor hat sich gelohnt. Das Motorokr Z6 wird von einem neuen Linux-Betriebssystem angetrieben und an der Bedienoberfläche wurde sorgfältig gefeilt.

Sie gibt sich jetzt sehr übersichtlich mit aufgeräumteren Menüs als bei den Vorgängern. Kleine Ungereimtheiten kann man da gerade noch verschmerzen. So muss man etwa, um die Lautstärke mit den seitlichen Tasten zu regulieren, immer erst zurück ins Hauptmenü wechseln. Anderes ist dagegen schön gelöst, ein Klick auf die Musiktaste auf dem Frontdeckel verzweigt in den übersichtlich strukturierten Musikplayer. Das Gerät stürzte während des Testzeitraums einmal ernsthaft ab und musste danach komplett zurückgesetzt werden.

Topnoten verdient das Gehäuse. Es ist sauber verarbeitet, hochwertige Materialien verleihen dem Slider ein elegantes Aussehen. Die bewährte Razr-Tastatur ist treffsicher zu bedienen. Zur Oberklasse gehört auch das kontrastreiche und scharfe Farbdisplay.

Anschluss - an PC oder Mac - bietet ein Standard-Mini-USB-Stecker, der das Gerät auch aufladen kann. Die Verbindung zum Testrechner (Vista Home Premium) klappt reibungslos, die Musiksammlung wird klaglos auf die Speicherkarte geschoben. Playlisten können übernommen werden, die Wiedergabe kann zufällig oder nach Vorgaben erfolgen.

Die Mikrofon/Kopfhörer-Kombi liefert einen sauberen Klang mit knackigen Bässen und präsenter Mitte. Leider ist per Fernbedienung nur Gesprächsannahme möglich. Um die Lautstärke zu regeln oder Titel auszuwählen, muss das Gerät immer aus der Tasche gefummelt werden. Dass es besser geht, hat Nokia mit der N-Serie vorgemacht. Störend im Alltag beim Z6 ist auch der seitlich herausragende Kopfhörerstecker. Oben wäre besser gewesen.

Richtig Spaß kommt mit dem federleichten Bluetooth-Headset Motorola S9 auf, das allerdings mit 100 Euro extra zu Buche schlägt. Die Motorola-Softwaresuite übernimmt die Synchronisation mit Outlook oder den Datentransfer von und zum PC. Das funktioniert ordentlich, aber der Programmaufbau ist ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Ein rund herum gelungenes Facelifting, Rokr 2.0 hat sich rausgeputzt. Schade: kein UMTS. Allerdings hat die Konkurrenz von Nokia, Sony-Ericsson & Co nicht geschlafen. Für rund 300 Euro gibt es heute gute Alternativen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%