Motorola Z8
Der Trick mit dem Knick

Das Z8 von Motorola hat einen Knick in der Optik: Geschlossen ist es kerzengrade und hosentaschentauglich. Wird der Deckel nach oben geschoben, winkelt ein ausgeklügelter Mechanismus das Gerät im oberen Drittel gesichtskonturfreundlich ab.

Also ehrlich: Telefone im Schokoriegel-Format oder mit Schiebedeckel - neudeutsch "Candybar" und "Slider" - haben einen Nachteil. Man labert immer irgendwie ins Nichts. Nein, nicht dass der Gegenüber prinzipiell nicht zuhören würde. Ich meine das eher optisch: Den Lautsprecher am Ohr, das Mikrofon irgendwo zwischen Handballen und Wangenknochen, sieht es so aus, als ob man Selbstgespräche führt. Anders bei Klapptelefonen ("Clamshell"). Die haben geöffnet die Größe und den passenden Winkel, um die Sprechmuschel da zu platzieren, wo sie sein sollte: am Mund. Aber Klapptelefone sind halt Geschmackssache.

Beim Z8 von Motorola haben jetzt auch die Slider erstmals den Knick in der Optik. Geschlossen ist es kerzengrade und hosentaschentauglich, wird der Deckel nach oben geschoben, winkelt ein ausgeklügelter Mechanismus das Gerät im oberen Drittel gesichtskonturfreundlich ab.

Das funktionierte im ersten Kurztest bei einer Präsentation des Telefons (Vorserienmodell) in London angenehm leicht. Das Oberteil gleitet satt in die Arbeitsposition, das Telefon liegt gut in der Hand. Kein Geklapper oder unschönes Spiel in der Mechanik trübte das wertige Gesamtbild, zu dem das große Display unter dem Schutzschild aus gehärtetem Glas ein Gutteil beiträgt.

Technologisch bietet das Z8 alles auf, was nötig ist, um zumindest auf dem Papier schon mal Multimedia-Flaggschiffen wie dem Nokia N95 oder dem (avisierten) Apple iPhone die Stirn bieten zu können. Quadband und das für Europa wichtige UMTS mit Datenturbo HSDPA, allerdings fehlt Wlan für schnellen Daten-Download und Streaming (Live-Programm). Das schmerzt, da das Z8 ausdrücklich als Musik- und Video- und TV-Telefon angepriesen wird, sogar mit hochwertiger Bildwiederholfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde.

Die Tastatur nutzt die vom Razr bekannte Folientechnik und lässt sich trotz der beengten Platzverhältnisse zielsicher bedienen. Das Betriebssystem des Z8 ist Symbian (wie bei Nokia), aber mit der eigenen UIQ-Oberfläche von Motorola. Die Menüführung ist intuitiv beherrschbar und machte vom ersten Eindruck her einen verspielten Eindruck, ohne überladen zu wirken. Die Kamera verfügt nur über einen Digitalzoom.

Fazit: Der erste Eindruck ist sehr positiv. Dem Preis angemessen hochwertig verarbeitet, mit tollem Funktionsumfang. Der Marktstart ist für Anfang Juli vorgesehen. Wer ein neues Telefon oder einen neuen MP3-Player sucht, sollte noch ein wenig warten.

Motorola Z8:

  • Gerätetyp: Multimedia-Mobiltelefon
  • Netze: Sprachnetze: GSM 850/900/1800/1900, UMTS
  • Datentransfer: GPRS, EDGE, HSDPA
  • Display: TFT, 2,2", 16,7 Mill. Farben
  • Kamera: 2 Megapixel
  • Speicher: 90MB/microSD(intern/extern)
  • Audioformate: MP3,AAC(+)
  • Maße: 110 x 50,6 x 15,7 (mm)
  • Gewicht: 117 g
  • Preis: 499 Euro (ohne Vertrag)
  • Infos unter » www.motorola.de
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%