Motorolas A780 mit Linux und eingebauter GPS-Navigation
Der Pinguin fürs Handy

Was lange währt - dauert einfach länger. 2004 angekündigt, wirft Motorola erst jetzt das A780 auf den boomenden Markt für Funktelefone. Es soll an den Überraschungserfolg des hauchdünnen Scheibletten-Handys Razr V3 anknüpfen.

HB DÜSSELDORF. Die Eleganz des Razr kann das A780 nicht bieten. Aber dafür gibt es im dicken Bauch eine Menge an nützlichen Ausstattungs-Details. Höhepunkte: das Betriebssystem auf Basis der freien Windows-Konkurrenz Linux, Markenzeichen watschelnder Pinguin, das GPS-Satellitenmodul und die Navigations-Software ALK CoPilot, die ab Werk mitgeliefert wird.

Im Test hatte der Copilot aber mit den üblichen Ungenauigkeiten transportabler Navigationsgeräte zu kämpfen. Es fehlt im Auto halt die helfende Tachoanbindung. Angesichts des relativ kleinen Schirms kommt der Sprachausgabe erhebliche Bedeutung zu. Sie ist im Stadtverkehr gut verständlich, die Anweisungen kommen aber manchmal etwas spät. Auch die Positionsbestimmung dauert manchmal etwas zu lang. Insgesamt hinterließ die Navigation einen brauchbaren Eindruck.

Gut war auch die Wiedergabe der Linux-Software auf dem hellen Farbschirm. Die Menüführung ist gewöhnungsbedürftig, aber durchdacht. Nach wenigen Stunden haben wir sie im Prinzip verstanden. Die Synchronisation mit PC und Microsofts Outlook war erfreulich stabil und einfach.

Die Motorola-eigene Multimedia-Weichware macht Spaß. Sie kann aber mehr, als das Handbuch verrät. Auch sonst lässt das Schriftstück den Käufer über so manche Kleinodie im Unklaren.

So muss der USB-Anschluss im Telefon von "Massenspeicher" auf "Modem" gestellt werden, damit der Akku über das Kabel vom Laptop, also ohne eigenes Netzteil, geladen wird. Gut zu wissen für Geschäftsreisende, die mittlerweile im Gepäck mehr Netzteile für den technischen Schnickschnack haben müssen als Anzughemden.

Die Bedienung mit Stift und Berührungsbildschirm geht flott von der Hand, auf der virtuellen Tastatur sind E-Post und SMS schnell getippt. Nützliche Hilfsprogramme zur Ansicht von PDF- oder Excel-Dateien runden das Bild ab. Die eingebaute Kamera ist nett, aber eher schmückendes Beiwerk als wichtiges Zubehör.

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