Musikhandys
Des iPods Albtraum

Es ist faszinierend. Kein anderes elektronisches Spielzeug weist derzeit solche Entwicklungssprünge auf wie Multimedia-Handys. Bestes Beispiel sind die neuen Flaggschiffe in der gehobenen Mittelklasse von Nokia und Sony-Ericsson.

DÜSSELDORF. Das Nokia 3250 und das W810i bieten makellosen Klang und eine Leistungsvielfalt, wie sie vor zwei Jahren noch unrealistisch schien. Warum einen MP3-Spieler zusätzlich mitschleppen?

Das kantige 3250 besticht durch den pfiffigen Drehmechanismus, in dem Tastatur und Bedienelemente für Musik und Kamera gebündelt sind. Der benötigte Tastenbereich kommt mit einem Dreh einfach nach vorne. Basta. Eine halbe Drehung aktiviert die Kamera. Auch sehr schön.

Im Test machte der Mechanismus einen stabilen Eindruck mit knackigen Einrastpunkten. Wie das nach einem Jahr täglichem Gebrauch aussieht, sei jetzt mal dahingestellt.

Das W810i konzentriert die Bedienelemente des Musikplayers über der Tastatur mit mittig angeordnetem Joystick. Das spart Platz und so kommt das Walkman-Handy, obwohl nur unwesentlich kleiner, deutlich gefälliger und filigraner daher im Stil einer kompakten Digitalkamera. Das - wie bei Nokia leider ungeschützte - Objektiv dominiert die Rückseite. Das zusätzliche LED-Licht ist ein Pluspunkt gegenüber Nokia. Bei normalen Lichtverhältnissen sind beide Kameras ohne Abstriche Schnappschuss tauglich.

Die Eingewöhnungszeit in beide Bedienkonzepte ist recht kurz. Der Tester neigt persönlich dem Nokia-Ansatz mit "echten" Bedienelementen zu, aber ein wirklicher Komfortgewinn ist das nur im Kameramodus. Objektiv und Auslöser sitzen im Drehteil und so liegt das Gerät gut und sicher in der Hand. Reine Geschmackssache.

Beide Geräte liefern umfangreiche Software mit, wobei Nokia durch das bessere Organizer-Angebot punktet. Das Serie-60-System bietet im Wesentlichen alles, was ein Berufstätiger an Funktionen und PC-Unterstützung benötigt.

Für die Musikbearbeitung gibt es ebenfalls eigene Programme, Nokia erlaubt auch den Einsatz von Standardsoftware wie MS-Mediaplayer. Wie bei "normalen" MP3-Spielern sollte der Löwenanteil der Organisationsarbeit (Playlisten erstellen, ggf. Titelnamen eingeben) am Rechner erledigt werden. Alles andere ist schlicht zu umständlich.

Auf Vielflieger zielen die Offline-Modi, die Musikhören ohne Telefonnetz erlauben. Tipp: Zeitweiliges Abschalten des Telefons bringt auch auf dem Boden einiges, nämlich Ruhe und kostbare Batterielaufzeit. Knappe Akkulaufzeiten sind generell ein Problem bei Multifunktionsgeräten. Deshalb nutzt es auch wenig, hier durchschnittliche Laufzeiten für den Telefonbetrieb anzugeben - nur zum Telefonieren braucht diese Handys schließlich keiner. Faustregel: Der Akku ist schneller leer, als man denkt.

Tadellos sind die mitgelieferten Kopfhörer mit Fernbedienung, da kommt nicht direkt nach dem Auspacken der Wunsch nach was besserem auf. UMTS beherrschen die Kandidaten allerdings nicht, was die jugendliche Zielgruppe kaum stören wird.

Seite 1:

Des iPods Albtraum

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%