Nachfolger in den Startlöchern

Das iPhone ist fünf

Es sollte eine Revolution werden - und sie ist eingetreten. Vor fünf Jahren kam das erste iPhone in den USA in den Handel. Apple stellte die gesamte Branche auf den Kopf - die neueste Version wird für Herbst erwartet.
3 Kommentare
Steve Jobs bei der Vorstellung des ersten iPhones 2007. Quelle: dapd

Steve Jobs bei der Vorstellung des ersten iPhones 2007.

(Foto: dapd)

BerlinZu seinem fünften Geburtstag blickt das iPhone auf eine stolze Karriere zurück. Über 250 Millionen Mal hat sich das Smartphone seit seinem Marktstart verkauft. Dabei war das iPhone als absoluter Außenseiter in einer traditionsreichen Branche an den Start gegangen. Inzwischen ist die Branche komplett neu aufgestellt. Kaum ein Hersteller hat nicht mindestens ein Telefon im Portfolio, das dem iPhone ähnelt. Nokia, einst stolzer Marktführer, musste vom Thron steigen. Nur Google - ebenfalls Branchenneuling - hält mit seinen Android-Telefonen Apples iOS noch auf Abstand.

Ein Touch-Display und nur eine einzige Taste - das war die Rezeptur für die „Neuerfindung des Mobiltelefons“. Bis 2007 hatten sich Mobiltelefone von vormals unhandlichen und schweren „Knochen“ zu immer kleineren und handlicheren Geräten gewandelt. Allen gemeinsam war allerdings ein relativ kleines Display und die Telefon-Tastatur, über die man per Zweitbelegung mit Buchstaben auch SMS schreiben konnte. Die langsam aufkommende Nutzung des mobilen Internets hatte durch den geringen Platz auf den Displays deshalb klar abgesteckte Grenzen.

Der Weg zum perfekten iPhone
Foto3
1 von 7

Code-Sperre

Damit ein verlorenes iPhone nicht zum Sicherheitsrisiko wird, sollte auf jeden Fall die Code-Sperre aktiviert werden. Ist die Sperre aktiviert, muss nach jedem neuen „Slide to unlock“ ein vierstelliger Zahlencode eingegeben werden.

Die Aktivierung der Code-Sperre finden Sie in den Einstellungen unter „Allgemein“. Der Menüpunkt lautet „Code-Sperre“ und muss auf „ein“ gestellt werden. Bei der ersten Aktivierung werden Sie nach einer vierstelligen PIN gefragt. Ein Tipp: Nutzen Sie dieselbe PIN wie die Ihrer SIM-Karte – so brauchen Sie sich nur eine Zahlenkombination merken.

Foto7
2 von 7

Daten löschen

Sinnvoll ist es auch, die „Daten löschen“-Option zu aktivieren, um die Versuche auf zehn Mal zu beschränken. Damit hat ein potentiell böswilliger Dieb oder Finder des iPhones nicht unbegrenzt Versuche, den Code zu knacken. Nach zehn falschen Eingaben werden alle Daten auf dem iPhone gelöscht.  In diesem Fall sollten Sie jedoch auf Ihr Backup vertrauen. Denn wenn angeheiterte Freunde auf einer Party des iPhones habhaft werden, könnten sie versuchen die PIN zu erraten – und damit unabsichtlich die Daten darauf löschen.

Foto
3 von 7

iCloud-Backup aktivieren

Ein regelmäßiges Backup gehört neben der Code-Sperre zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bei einem Smartphone. Seit iOS gibt es zwei mögliche Backups für das iPhone: Die Daten können entweder via iTunes auf dem heimischen PC beziehungsweise Mac gesichert werden – oder in Apples iCloud, also im Internet.

Das iCloud-Backup wird dabei nur durchgeführt, wenn das Gerät via WLAN mit dem Internet verbunden ist. Der mobile Datentarif wird daher nicht belastet. Um erstmals ein Backup in der iCloud zu erstellen, rufen Sie die Einstellungen auf und wählen den Menüpunkt „iCloud“. Klicken Sie dort auf „Speicher und Backup“ und aktivieren Sie die Option „iCloud Backup“. Sie können übrigens auch dann immer noch zusätzlich manuell Backups via iTunes auf Ihrem Mac oder PC erstellen. Aktivieren Sie dazu in iTunes das entsprechende Gerät, rufen mit der rechten Maustaste das Kontextmenü auf und klicken auf „sichern“.

Foto2
4 von 7

iCloud verwalten

Im selben Menü „iCloud“ in den Einstellungen erhalten Sie auch eine Übersicht über den bislang für das Backup verbrauchten Speicherplatz. Insgesamt stehen Ihnen von Apple gratis fünf Gigabyte zur Verfügung. Das klingt zwar nicht viel, ist es aber. Denn es werden nicht sämtliche Apps und Daten gesichert, sondern nur solche, die einzigartig sind. So werden beispielsweise die App-Einstellungen und die Fotos im Netz gesichert – die Apps selbst aber nicht. Im Falle eines Backups werden sie einfach neu heruntergeladen. Daher sollten die fünf Gigabyte fast immer ausreichen - es sei denn sie machen sehr ausgiebig von Ihrem iPhone als Foto- oder Video-Kamera gebrauch.

Ein Klick auf „Speicher verwalten“ enthüllt, welches Apple-Gerät bislang für welche App-Einstellungen und Daten wie viel Speicher nutzt. Klicken Sie auf das jeweilige Gerät, sehen sie auch, wann zuletzt ein automatisches iCloud-Backup durchgeführt wurde. Ebenfalls unter „Speicher verwalten“ können Sie auch einzelne Apps vom Backup ausnehmen. Wenn Sie beispielsweise Ihre Fotos ohnehin sichern, können Sie das Backup der App „Aufnahmen“ deaktivieren. Eine Anleitung, wie Sie das Backup wieder herstellen, finden Sie bei Apple.

Foto6
5 von 7

Tethering

Wenn Sie ein Laptop oder iPad dabei haben, können Sie Ihr iPhone via WLAN auch als mobilen Internetzugang nutzen - in der Fachsprache Tethering genannt. Nicht alle Mobilfunkprovider erlauben Tethering – bei manchen Anbietern ist das nur mit speziellen Tarifen möglich. Sie aktivieren die Funktion in den Einstellungen über den Menüpunkt „Persönlicher Hotspot“. Danach sollten Sie mit einem Computer oder Tablet ein WLAN-Hotspot namens „iPhone von Nutzer XY“ finden. Sobald sie sich mit dem WLAN verbunden und das entsprechende Passwort eingegeben haben, können Sie mit dem verbundenen Gerät im Internet surfen.

Ein zufällig generiertes Passwort dafür ist voreingestellt und wird angezeigt. Mit einem Klick auf „WLAN-Kennwort“ können Sie es aber auch ändern. Wenn Sie das Tethering nicht mehr benötigen, sollten Sie es sofort ausschalten: Der persönliche Hotspot belastet den Akku des iPhones sehr stark.

Foto5
6 von 7

Energie sparen

Wenn Sie wollen, dass Ihr iPhone länger durchhält, können Sie unterwegs das WLAN ausschalten (Einstellungen -> WLAN). Allerdings wirkt sich die Deaktivierung negativ auf die Ortkenntnisse des iPhones aus, wenn Sie Google Maps nutzen. Falls Sie Bluetooth nicht benötigen, sollte die Darhtlos-Schnittstelle ebenfalls deaktiviert werden, um Strom zu sparen: Einstellungen -> Allgemein -> Bluetooth.

Eine weitere sehr effektive Möglichkeit zum Energie sparen ist das Herunterregeln der Helligkeit. Sie finden die Helligkeitseinstellung ebenfalls direkt in den Einstellungen. Weiterhin können Sie die Ortung des iPhones mittels GPS ausschalten, falls Sie diese nicht benötigen. Unter Einstellungen -> Ortungsdienste finde Sie eine Liste aller Apps, die von der GPS-Ortung Gebrauch machen. Hier können Sie die Ortung für einzelne Apps oder generell deaktivieren.

Foto4
7 von 7

iPhone suchen 

Die Option „iPhone suchen“ ist seit iOS 5 ebenfalls Teil der iCloud-Funktion – und im Ernstfall sehr nützlich. Ist die Option aktiviert, lässt sich im Falle von Diebstahl oder Verlust des iPhones die ungefähre Position feststellen, so lange das Gerät in Betrieb ist. Aktivieren Sie „iPhone suchen“ in den Einstellungen unter dem Menüpunkt „iCloud“.

Anders als bei den bis dahin mit oft labyrinthartigen Menüs strukturierten Mobiltelefonen der großen Marktführer lässt sich das iPhone ohne Handbuch in Betrieb nehmen und nutzen. Und über den App Store wird es ohne Umweg mit Anwendungen bestückt. Ob nützlich oder völlig nutzfrei - Millionen der kleinen Zusatzprogramme haben innerhalb der vergangenen fünf Jahre ein eigenes Ökosystem gebildet. Es scheint kaum noch etwas zu geben, was sich im Zweifel nicht mit einer App bewerkstelligen lässt.

"Apple lässt die Muskeln spielen"

Mit seinen verschiedenen iPhone-Modellen spielte Apple dabei meist nicht einmal an vorderster Front der modernen Mobilfunktechnologien mit - aber das hat die Nutzer nicht interessiert. Technologische Schwächen bügelte Apple spielend mit dem Design und der Beliebtheit der eigenen Marke aus.

Den Mobilfunk-Providern erschloss das iPhone neue Einnahmequellen durch die mobile Datennutzung. Damit konnte es sich Apple als erster Handy-Hersteller leisten, exklusive Partnerschaften mit einem Provider einzugehen. Und mit Apple handelte erstmals ein Gerätehersteller eine Umsatzbeteiligung bei der Datennutzung aus. Zugunsten niedrigerer Gerätepreise gab das Unternehmen das Geschäftsmodell jedoch knapp ein Jahr später wieder auf.

Platz 3 der Weltrangliste und unangefochtener Umsatz-König
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Nachfolger in den Startlöchern - Das iPhone ist fünf

3 Kommentare zu "Nachfolger in den Startlöchern: Das iPhone ist fünf"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der APFEL fällt zu weit vom durchsnittl. Marktpreis für die Funktionalität!
    .
    Technikverliebte (also verspielte) Kinder (Spielekonsolenkinder & Co.), bevorzugen APFELprodukte. Realisten dagegen lehnen das Steve Mopps-Diktat der Apps ab und können auch rechnen... bei der Anschaffung eines Mobil-Telefons.
    .
    ROi = fragwürdig!
    .
    Dazu kommt, nur Kinder haben Zeit in Bus und Tram mit den Gimmicks rum zu hantieren. Wer produktiv ist, hat keine Zeit für den verspielten SchnickSchnack aus APPleTown...

  • Toller Beitrag. Ich denke mal über Ihre Argumente nach und melde mich dann nochmal.

  • iPhone=Idiotenphone.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%