Nachrichtenagenturen rüsten sich für das UMTS-Zeitalter
Infodienste für die mobile Zukunft

Der breitbandige Mobilfunk-Standard UMTS bietet nicht nur den Mobilfunk-Unternehmen völlig neue Möglichkeiten. Daher wollen nun auch fünf der führenden europäische Nachrichtenagenturen in einem Gemeinschaftsprojekt zukunftsweisende Informationsdienste für den Mobilfunk entwickeln.

HB HAMBURG. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag in Hamburg mitteilte, soll das von der EU geförderte Projekt MINDS (Mobile Information and News Data Services for 3G) dazu beitragen, die Attraktivität von Medienangeboten im neuen Mobilfunkstandard UMTS zu steigern.

Die deutschen Mobilfunkbetreiber wollen in diesem Frühjahr erste UMTS-Handys anbieten. Der neue breitbandige Mobilfunk-Standard erlaubt unter anderem die schnelle und problemlose Übertragung von Videoinhalten.

Ziel des Projekts ist es, multimediale Angebote zu schaffen, mit denen Mobilfunkkunden jederzeit und überall einfachen Zugang zu Nachrichten haben - ob Schlagzeilen, Sportergebnisse, Börsenkurse oder Wettervorhersagen. Derzeit erschweren unter anderem unterschiedliche technische Standards und eine komplizierte Bedienung von Datendiensten auf dem Handy einen durchgreifenden Markterfolg neuer Mobilfunkangebote. Das Projekt soll hier zu einer deutlichen Vereinfachung beitragen.

Nach Einschätzung von Walter Richtberg, dem Vorsitzenden der dpa- Geschäftsführung, etabliert sich der Mobilfunk mit dem Markterfolg der Kamerahandys, dem bevorstehenden Start von UMTS und mit neuartigen lokalen Informationsangeboten zunehmend als eigenständiges Medienformat. „Für die Kunden der dpa, vor allem für die regionalen Zeitungsverlage, ergeben sich hier neue Perspektiven. Im MINDS- Projekt wollen wir gemeinsam mit Medien und Mobilfunkbetreibern zeigen, wie attraktive mobile Nachrichtenangebote der Zukunft aussehen können“, sagte Richtberg.

Zu dem Konsortium unter Führung der dpa-infocom GmbH gehören die Nachrichtenagenturen ANP (Niederlande), APA (Österreich), MTI (Ungarn), sda (Schweiz) sowie der Weltverband der Publishing Industrie (Ifra, Darmstadt). Außerdem zählen der IT-Dienstleister Arvato Systems (Gütersloh), das Softwarehaus Coremedia AG (Hamburg) sowie das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS, Berlin) zu den Partnern.

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