Navicore
Wer nichts sehen kann, darf wenigstens hören

Die Handy-Navigationslösung Navicore hat sich bereits einen guten Namen gemacht als Alternative zu portablen Navigeräten wie Tom Tom oder Navman. Wir machten den Blindflugtest mit der jüngste Version.

Die jüngste Version (im Test 2006/1) der Handy-Navigationslösung Navicore kommt mit einer sehr präzisen GPS-Maus mit modernem Sirf III-Chip. Zusammen mit der flotten Software kommt das der Genauigkeit der Sprachausgabe zu Gute. Dass das nicht zu unterschätzen ist, stellt der leidgeprüfte Autofahrer spätestens fest, wenn er in gleißender Sommersonne dem Urlaubsziel entgegen eilt. Laut Prospekt kann hat das Telefon 64 000 Farben anzeigen - aber am Schwanenhals an der Windschutzscheibe sieht man davon in der Juli-Sonne nicht mal eine einzige.

Also machen wir den Blindflugtest. Als Basis diente das Nokia 6680, ein beliebtes Arbeitspferd unter den Smartphones der Mittelklasse mit Serie 60-System. Software und Kartenmaterial wurden per Laptop von DVD auf die mitgelieferte Telefon-Speicherkarte problemlos installiert.

Nach der Zieleingabe verschwand das Gerät in der Mittelkonsole und los ging es. Das Ergebnis: Wer ein wenig mitdenkt und bei komplizierter Wegführung - etwa in der Innenstadt - nicht all zu schnell durch die Gassen schießt, kommt gut ans Ziel. Auf Autobahnen kamen die Anweisungen im Testbetrieb bei Geschwindigkeiten um 130 Kilometer pro Stunde rechtzeitig. Wer deutlich schneller fährt, nimmt halt im Zweifel mal die Geschwindigkeit zurück, wenn die erste Ansage kommt ("in zwei Kilometern..."). Die im Gegensatz zu Festeinbau-Geräten ist die fehlende Anbindung an den Wegstreckenzähler des Tachos bei modernen portablen Geräten also kein Nachteil mehr. Netter Nebeneffekt: Die Navigation kann im Hintergrund laufen, während im Vordergrund SMS eintreffen oder telefoniert wird.

Erlauben es die Lichtverhältnisse, sind sowohl 2D- als auch 3D- und vor allem Pfeil-Darstellung der Route optisch sehr gelungen. Die Software beherrscht mehrere Routenvarianten (kürzeste - schnellste) und bietet jede Menge Sonderziele an. Nach abgebrochener Navigation kann sie unter "letzte Ziele" relativ einfach wieder aufgenommen werden.

Die Bedienung über Handytastatur und Menübaum auf dem kleinen Bildschirm ist - womöglich noch freihändig - gewöhnungsbedürftig und wäre sie sowieso nicht während der Fahrt untersagt, sollte man es auch gar nicht erst versuchen. Die Routenberechnung erfolgte bereits mit dem etwas betagteren 6680 zügig. Düsseldorf/Kiel (ca. 500 Kilometer) stand nach wenigen Sekunden.

Anders als Programme wie Wayfinder ist Navicore ein "Onboard-System". Das heißt, es müssen keine Karten- oder Berechnungsdaten über das Mobilfunknetz empfangen werden. Im Ausland (Roamingkosten!) kann sich das schnell bezahlt machen. Das Komplettpaket mit GPS-Maus und Europakarten kostet 329 Euro. Infos zu den unterstützten Telefonen: www.navicore.de.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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