Navigation
Sensoren machen das Handy zum Alleskönner

Bei sich überkreuzenden Straßen verlieren Navigationssysteme schnell die Orientierung. Zwar können sie die die Position auf einer Ebene feststellen, nicht aber die in der Höhe. Miniatur-Messsysteme geben Spielekonsolen und Navigationsgeräten neue Funktionen – und kommen auch zunehmend in Handys zum Einsatz.

TOKIO. Langsam bewegt sich der Schlitten mit dem winzigen Sensor aufwärts und die Anzeige auf dem Bildschirm auf dem Stand von Bosch Sensortec in Halle 8 der Tokioter Messe Makuhari klettert von 5,3 auf 6,4. „Wir messen hier die Höhe über dem Meeresspiegel“, erläutert Hubertus von Janecek, Vertriebschef des Stuttgarter Start Up Unternehmens Bosch Sensortec. Wäre der Sensor in ein Mobiltelefon integriert, könnte man mit ihm in einem Hochhaus genau die Etage ermitteln, in der man sich gerade befindet.

Die Entwicklung der Stuttgarter ist keine spinnerte Idee, sondern liegt im Trend: Sensoren aus der Arbeitswelt halten Einzug in Navigationsgeräte, Telefone und Spielekonsolen. Die kleinen Höhenmessen ermöglichen erstmals eine Orientierung in Straßenschluchten von Megametropolen wie Tokio, Seoul, Miami oder Los Angeles – wo Fahrbahnen oft mehrfach übereinander liegen. Integriert in einem Navigationssystem erkennen sie nun genau auf welchem Highway sich das Auto gerade befindet. Das Zusammenspiel aus GPS-Navigation, eingebauten Mems-Sensoren (Micro Electrical Mechanical Systems) und dreidimensionalem Kartenmaterial macht es möglich.

„Wir haben GPS-bedingte Höheninformationen bereits in unserer aktuellen Navigationssoftware integriert“, sagt Andreas Hoffmann von der Berliner Softwarefirma Gate 5, die erst jüngst vom Handyriesen Nokia übernommen wurde. „Das wird bald eine stark nachgefragte Funktion sein“, ist er sicher. Für asiatische Metropolen wie Tokio sei die Erstellung des nötigen Kartenmaterials bereits weitgehend abgeschlossen.

Eine weitere Anwendung sind Bewegungs- und Beschleunigungssensoren in Videokonsolen wie Sonys neuer Playstation 3 oder Nintendos Wii sorgen. Messfühler wie sie heute noch Airbags in Autos auslösen oder ein EPS steuern sorgen dort für mehr Spaß. Durch Neigen des Controllers lässt sich mit ihnen bestimmen, ob ein Flugzeug auf dem Bildschirm steigen oder sinken soll.

Sensoren stecken zudem in Laufschuhen. Dort messen sie Strecke und Geschwindigkeit und übermitteln die Daten an den MP3-Player am Gürtel des Joggers. Oder sie sind wie beim Nokia 5500 Sport direkt ins Handy eingebaut. Aber auch für Laptops oder Festplattentelefonen sind sie praktisch. Sie erkennen dort den „freien Fall“ und bringen die sensible Festplattenmechanik in eine sichere Parkposition, noch bevor das Gerät aufschlägt.

Bosch Sensortec ist das erste Mal auf der High-Tech-Messe Ceatec im technikverliebten Japan – Spielwiese und Testlabor für alle Arten von Innovationen. Sensortec wurde erst Ende 2005 aus dem Automobilzulieferer Bosch Automotive Electronic ausgegründet, einem Unternehmen mit rund 4 Mrd. Euro Umsatz, das seit Jahren unter anderem Autos mit Airbag-Sensoren ausrüstet.

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