Netzbetreibern droht umfangreiche Regulierung
Regulierer erhöht Druck auf Mobilfunker

Den Betreibern der deutschen Mobilfunknetzen droht eine umfangreiche Regulierung. Dabei strebt die Bundesnetzagentur nicht nur eine deutliche Senkung der Gebühren an, die die Anbieter für die Weiterleitung von Gesprächen aus dem Festnetz nehmen.

HB FRANKFURT. Wie die Behörde am Donnerstag in Bonn mitteilte, sieht ihr Entwurf auch Auflagen vor, die es jedem Festnetzanbieter ermöglichen sollen, sich direkt in die Netze der vier Mobilfunkbetreiber einzuschalten, und das zu gleichen Konditionen.

Bislang müssten Konkurrenten meist den Umweg über das Netz der Deutsche-Telekom-Festnetztochter T-Com in die Handy-Netze nehmen, erläuterte Behörden-Sprecher Rudolf Boll. Für diese Transit-Leistung nimmt die Telekom eine Gebühr, die reguliert ist. Künftig solle jeder Festnetzanbieter sein Netz mit allen Mobilfunknetzen direkt zusammenschalten können, wenn es sich für ihn wirtschaftlich lohne, ergänzte Boll.

Bei der angestrebten Senkung der Terminierungsentgelte erhöht Behörden-Präsident Matthias Kurth zudem den Druck auf eine freiwillige Einigung innerhalb der Branche. Wenn sich Handy- und Festnetzbetreiber nicht auf eine akzeptable Senkung der Gebühren einigten, werde die Behörde sei selbst festlegen. Die Preise müssten mit denen in anderen europäischen Ländern vergleichbar sein, forderte er. Zudem sollten weitere Schritte zur Senkung vorgesehen werden.

Unternehmen haben bis Anfang Mai Zeit, sich zu einigen. Vom 5. April an seien Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Auflagen innerhalb eines Monats möglich, bevor die Netzagentur einen endgültigen Entwurf an die EU weiterleiten werde, erklärte Boll.

Weil die Bundesnetzagentur ebenso wie die EU-Kommission eine marktbeherrschende Stellung der vier großen Mobilfunkanbieter bei Gesprächen vom Festnetz in ihre Handynetze festgestellt hat, muss die Behörde ihnen mindestens eine Auflage machen, um ihre Marktmacht einzudämmen.

T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 haben die Terminierungsentgelte bereits zwei Mal gesenkt. Seit Dezember verlangen die beiden großen Anbieter elf Cent die Minute, O2 und E-Plus 12,4 Cent die Minute. Kurth hatte sich jüngst für eine Senkung der Gebühren bei Vodafone und T-Mobile auf weniger als zehn Cent die Minute ausgesprochen. Damit wären die Preise aber immer noch höher als die Gebühren, die die Festnetzbetreiber im Gegenzug von den Mobilfunkanbietern verlangen und die laut dem Branchenverband Breko bei drei Cent liegen.

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