Netzreaktionen auf „Home“: „Das neue Facebook-Tamagotchi“

Netzreaktionen auf „Home“
„Das neue Facebook-Tamagotchi“

„Home“ soll den Startbildschirm von Android-Handys einnehmen und Nutzer stärker denn je an Facebook binden. Blogger und Experten loben die Idee, sagen „Home“ jedoch nur in einer bestimmten Zielgruppe Erfolg voraus.
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DüsseldorfFacebook-Gründer Mark Zuckerberg nannte, als er „Home“ präsentierte, den Startbildschirm bedeutungsschwanger die „Seele des Handys“. Letztere sollen Android-Nutzer vom 12. April an ganz Facebook überlassen, um mit „Home“ noch effizienter in ihrem Facebook-Kosmos zu kommunizieren.

Heise.de prognostiziert, dass das soziale Netzwerk dadurch zu einem noch größeren Zeitfresser wird:  „Statt zu warten, bis der Nutzer von alleine die App aufruft, platziert sich Facebook Home dauerhaft im Sichtfeld des Nutzers und erhöht so die mit Facebook verbrachte Zeit bei jedem kurzen Einschalten […].“



Und es erhöht wohl auch den Takt der sozialen Interaktion. Chip.de lobt, dass Inhalte auch auf dem Sperrbildschirm sofort mit „Gefällt mir“ markiert oder kommentiert werden können. C-Net sieht darin die totale „Facebook-ifikation“ des Handys: „Home“ richte sich an ein Nischenpublikum, eine sozial-hungrige Kundschaft, die mit personalisierter Werbung beliefert werden solle.

Überhaupt machen sich viele Blogger und Experten Gedanken über die Zielgruppe der neuen Software. „Wozu brauche ich das Ganze eigentlich?“, fragt sich Christian Wolf im Blog Basic Thinking und resümiert: „Facebook Home ist vielleicht ein Must-have für Hardcore-Facebooker, der Durchschnitts-Nutzer wird jedoch nichts verpassen.“

Auch Martin Weigert vom Blog netzwertig.com spricht von einem „Special-Interest-Produkt für Facebook-Mitglieder mit besonders ausgeprägten Interaktions- und Kommunikationsbedürfnissen.“ Gregory Ferenstein von techcrunch.com charakterisiert die Zielgruppe als eine neue Generation hyper-vernetzter, Nachrichten-süchtiger Teenager – widerspricht damit allerdings einer Statistik, die eher eine zunehmende Abkehr junger Menschen von Facebook belegt.

Für Philipp Roth vom inoffiziellen Facebook-Blog allfacebook.de verändert die Software, die weder App noch Betriebssystem, sondern ein Zwitter aus beidem ist, entscheidend die Funktionalität des Smartphones: „Wenn ihr Facebook Home nutzt, konzentriert sich also alles auf eure Freunde und Kontakte. Erst an zweiter Stelle stehen Apps und andere Funktionen.“ Offen bleibt für ihn unter anderem die Frage was mit den Daten geschieht, auf die „Home“ zugreift.

Om Malik vom Blog GigaOM schlägt in die gleiche Kerbe und mahnt zu Wachsamkeit vor der Art und Weise, wie Facebook mit dem Thema Datenschutz umgeht. Er befürchtet, dass das Netzwerk in Zukunft mit Hilfe der GPS-Ortung jede Bewegung, jede Aktion der Nutzer verfolgen wird. Die New York Times hebt dagegen den aus ihrer Sicht cleveren, vielleicht auch gefährlichen Schachzug hervor, mit dem sich Facebook die Technologie seines Rivalen Google zunutze mache.

Auch auf Twitter bewegen sich die Reaktionen zwischen Neugier und Zynismus. So stichelt etwa @TeufelsKueche: „Neu! Facebook Home. Machen auch Sie Ihr Smartphone zum Facebook Tamagotchi.“ Und @RA_Siegemund ringt mit sich: „Facebook Home ausprobieren: Meine Datenschutzinteressen kollidieren mit dem Handynerd in mir.“

@CocasBlog ist auf jeden Fall angetan: „Also, ich find Facebook Home überraschend cool hinsichtlich der Funktionalität.“ Vielleicht hat das Smartphone des Autors ja schon bald eine neue Seele.

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  • Mein Haus ist meine Burg, dazu gehört auch mein Handy (wenn ich eines besitzen würde). Mit einem Tablet habe ich das gleich abgeschafft, und da brauche ich auch niemanden der mir meine Tapete aussucht. Bekloppte Welt.

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