Neuausrichtung
Blackberry umarmt Apple und Google

Strategische Neuausrichtung: RIM öffnet sein Netzwerk für fremde Smartphones wie iPhone und Android. Sie sollen in Unternehmen gleichberechtigt neben den eigenen Blackberry-Geräten betrieben und mit einer gemeinsamen Software verwaltet werden.
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OrlandoMit dem Schritt stemmt sich der Smartphone-Pionier gegen den Trend, Blackberry-Infrastruktur durch Microsofts E-Mail-Technologie Exchange zu ersetzen. Sowohl Apples boomendes iPhone als auch Googles Android-Geräte setzen für ihre Unternehmens-E-Mail-Software auf Microsoft-Technologie.

Mit dem Schritt zur ungewohnten Offenheit erkennt RIM endgültig die Marktmacht der Konkurrenz aus Cupertino und Mountain View an. Googles Android ist die Nummer eins im US-Smartphone-Markt, knapp vor Apples iPhone. Marktforscher wie Gartner gehen davon aus, dass spätestens 2015 das neue Gespann Nokia-Microsoft in die Top-Drei-Gruppe aufrücken wird. RIM fiele dann auf den vierten Platz zurück.

Um die Integration schnell zu erreichen, akquiriert RIM den deutschen Mobile-Dienstleister Ubitexx. Die Münchner Ubitexx ermöglicht zentrale Verwaltung von iPhone- und Android-Smartphones und sichere E-Mail über den Verschlüsselungsdienst "Good Technologies". Die Ubitexx-Software, so Enterprise-Manager Jeff McDowell auf der Hausmesse BlackberryWorld in Florida, wird in den Blackberry-Enterprise Server vollständig integriert werden. Aus Sicht des Netzadministrators werde es dann egal sein, welche Geräte die Mitarbeiter nutzen. Er kann sie alle zentral verwalten, aktivieren, sperren oder mit neuer Software ausrüsten.

RIM befindet sich nach Aussagen von Co-CEO Jim Balsillie in einer "schwierigen Transitionsphase". Im Krieg der mobilen Plattformen - Apple, Google, Microsoft und RIM - muss sich RIM neu als übergreifender Systemanbieter etablieren und den Konsumbereich stärken. Mit dem Tablet-PC "Playbook" wurde ein Online-Buchshop eingeführt, ein Online-Dienst "BB Music" wird in Kürze folgen. Frühere Kooperationen mit Sony-Ericsson und Nokia, um den Blackberry-E-Maildienst auf deren Geräten zu installieren, hatten nie den gewünschten Erfolg, waren komplziert und fehleranfällig. Nokia hat "Blackberry Connect", eine Verbindung von Nokia-Business-Smartphones mit Blackberrys Enterprise-Servern, 2009 eingestellt, bei Sony-Ericsson spielt es schlicht keine Rolle mehr.

Ubitexx ist der jüngste Baustein einer Akquisitionsrunde, zuvor waren der Social-Kalenderdienst Tungle.me übernommen worden, der Blackberry-Kalender mit Web-Kalendern wie Google Calender oder Yahoo Calender synchronisiert oder das Start up Gist für plattformübergreifenden Abgleich von Kontakten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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