Neue Ära
Palm bringt Billig-Smartphone

Zu Beginn der New-Economy-Ära war Palm mit seinem Organizer das, was Apple heute mit dem iPhones ist: der coole Innovator. Doch dann kam der Niedergang. Jetzt keimt neue Hoffnung. Der angeschlagene Smartphone-Hersteller steigt mit einem Billig-Telefon erstmals in das Privatkundensegment ein.

DÜSSELDORF. Nach der Präsentation des „Centro“ für 99 Dollar am Donnerstag stieg der Aktienkurs in New York um rund sechs Prozent und legte auch am Freitag weiter zu, nachdem er in den vergangen sechs Monaten deutlich eingebrochen war. Das Centro wird zunächst exklusiv über den US-Mobilfunkbetreiber Sprint angeboten.

Ob das 120 Gramm schwere Gerät auch in Euroa eingeführt wird, ist unklar. Das Smartphone ist etwas größer als eine Kreditkarte, bietet aber trotzdem neben einem Berührungsbildschirm eine vollwertige QWERTY-Tastatur für bequemere E-Mail- und SMS-Eingaben. Für den E-Mailverkehr steht neben einem Client für die Nutzung von Webmailern wie Google-Mail oder Yahoo auch der Blackberry-Konkurrent Microsoft-Direct Push zur Verfügung. Neben einem Standard-Internetbrowser gibt es eine vorinstallierte Software für Google-Maps, wie es auch Apple oder der neue Blackberry 8310 („Curve“) bietet. Das Centro bietet Bluetooth, aber kein Wireless-Lan.

Als Basis für das Betriebssystem greift das Centro auf das angestaubte „Palm OS 5.4.9“ zurück, das bei den Flaggschiffmodellen Treo mittlerweile durch Windows Mobile ersetzt worden ist. Palm OS gilt besonders in den Multimeda-Fähigkeiten als unterlegen gegenüber der Konkurrenz und speziell Apples iPhone. In der teureren Treo-Linie ist Palm OS längst Windows Mobile gewichen.

Als Speicher kommen microSD-Karten zum Einsatz, maximal 4 GB sind möglich. Die eingebaute Kamera ist mit 1,3 Megapixel gut für gelegentliche Schnappschüsse. Für den schnellen Datentransfer bietet das Dualphone nach CDMA2000-Standard die amerikanische Version von UMTS, ist also deutlich schneller als etwa das iPhone.

Das Centro läutet eine neue Ära bei Palm ein. Bislang war die Mobilfunkstrategie recht simpel: Konzentration auf den Businessbereich und „ein Gerät passt für alle“. Das war allerdings nicht sonderlich erfolgreich.

Mit dem Siegeszug von RIM (Blackberry) geriet Palms Smartphone „Treo“ ins Hintertreffen. Und während sich Apples iPhone etwa aus dem Stand innerhalb von nur drei Monaten über eine Millionen mal verkauft hat, hat der Treo diese Marke noch nie in einem Quartal übersprungen. Mittlerweile gelten die klobigen Telefone trotz unbestrittener technischer Qualitäten als nicht mehr zeitgemäß.

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