Neue Datendienste: Telekom-Industrie vor großen Umwälzungen

Neue Datendienste
Telekom-Industrie vor großen Umwälzungen

Die Ansage der Mobilfunk-Branche ist klar: Schnelle Datenleitungen fürs Handy und immer mehr Leistung in extrem kompakten Geräten sollen unterwegs alles möglich machen. Mobiles Internet, Navigation, Fernsehen, Spiele, Bezahlen mit dem Handy - auf der diesjährigen Branchenmesse 3GSM in Barcelona drehte sich alles um Datendienste.

dpa BARCELONA. Der Mobilfunk werde der wichtigste Vertriebskanal für Musik sein, zeigte sich Warner-Music-Chef Edgar Bronfman Jr. überzeugt. Der Chef des Blackberry-Betreibers RIM, Jim Balsillie, demonstrierte mit leuchtenden Augen, wie sein aktueller Standort mit einem kleinen roten Punkt im Barcelona-Stadtplan auf dem Display seines neuen Mobiltelefons angezeigt wird. Ein Nokia-Gerät lädt direkt Youtube-Videos aus dem Internet, MTV produziert jeden Monat 1 000 Mini-Sendungen extra für unterwegs. Wer mit seinem Handy nur telefonieren will, ist aus der Mode.

Über mobile Datendienste wie UMTS wird seit Jahren gesprochen, doch jetzt sollen sie tatsächlich zum Massenmarkt werden. Das hat mehrere Gründe. Zum einen will die Branche, die schätzungsweise eine Billion Euro in deren Aufbau investiert hat, endlich etwas von dem Geld wiedersehen, sagt ein Analyst. Zum anderen sind mit neuen UMTS-Erweiterungen wie Hsdpa und Hsupa - nach Jahren von Versprechen - tatsächliche Breitband-Geschwindigkeiten auf dem Handy möglich.

Derzeit sind es bis zu 7,2 Mbit pro Sekunde bei Downloads - mehr also als viele auf ihrer DSL-Leitung zu Hause haben. Und schließlich hat der Preiskampf der Anbieter die Tarife für Sprachtelefonie so tief gedrückt, dass für viele von ihnen dringend neue Erlösquellen hermüssen. Bisher haben so genannte 3G-Standards wie UMTS aber nur etwa 100 Millionen Nutzer - bei insgesamt mehr als 2,5 Milliarden.

Die Aussichten für die Zukunft sehen so aus: Bis zum Jahr 2015 werde sich die Zahl der Mobilfunk-Kunden auf fünf Mrd. verdoppeln und der Datenverkehr sich verhundertfachen, prognostizierte der designierte Chef des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks, Simon Beresford-Wylie, bei der 3GSM. Da müsse sich die Branche fragen: „Wie in aller Welt bringen wir diese Masse von Daten durch die Netze so, dass es sich rechnet?“ Es seien neue Geschäftsmodelle notwendig, zumal 95 Prozent der neuen Handy-Nutzer aus Schwellenländern kommen werden, also Märkten mit niedrigen Preisen und zugleich viel Wettbewerb. Passen sich die Mobilfunk-Betreiber nicht an, sei ihre Existenz bedroht. Als eine der neuen Einnahmequellen gilt Werbung auf dem Handy nach Internet-Muster.

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