Neue EU-Verordnung
Roaming-Gebühren sollen rasch sinken

Mit dem eigenen Handy im Ausland zu telefonieren ist teuer – Roaming heißt das Stichwort und meint die Gebühren, die von Mobilfunkanbietern für die Vermittlung solcher Gespräche erhoben werden. Eine EU-Verordnung möchte den hohen Preisen nun ein Ende setzen.

BRÜSSEL. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen die geplante Deckelung der Tarife für die Vermittlung von Handy-Gesprächen aus fremden Auslandsnetzen (Roaming) so rasch wie möglich unter Dach und Fach bringen. Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel forderten die EU-Chefs das Europaparlament und die für Telekommunikation zuständigen Minister auf, bis zum Juni eine entsprechende EU-Verordnung zu verabschieden.

Nach Angaben eines Sprechers von EU-Kommissarin Viviane Reding kann die Neu-Regelung bereits im Juli in Kraft treten, wenn Parlament und EU-Mitgliedsländer einen schnellen Kompromiss finden. „Die Verordnung muss nicht in nationales Recht umgesetzt werden, sondern gilt unmittelbar“, sagte der Sprecher der für Telekommunikation und Medien zuständigen Kommissarin.

Den Mobilfunkanbietern drohen damit bereits für die Saison der diesjährigen Sommerferien Verluste, die Kommissionskreise auf rund fünf Mrd. Euro beziffern. Bislang hatten die Betreiber gehofft, dass die vom Gesetzgeber verordneten Zwangstarife erst nach der Reisesaison in Kraft treten werden.

In dieser Woche fällt eine wichtige Vorentscheidung. Am Rande der Cebit in Hannover wollen die 27 Telekommunikationsminister und Reding am Donnerstag die noch strittigen Punkte erörtern. Aus Brüsseler Diplomatenkreisen verlautete, insbesondere Großbritannien, aber auch Spanien und Italien versuchten, eine rasche Einigung zu blockieren, um ihren nationalen Mobilfunk-Anbietern für das laufende Geschäftsjahr noch höhere Einnahmen aus den Roaming-Entgelten zu ermöglichen. Der Widerstand Großbritanniens wird in Brüssel mit der Tatsache begründet, dass der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone in zahlreichen EU-Staaten aktiv ist. „Die britische Regierung will dem europäischen Branchenführer nicht die Bilanz verderben“, sagte ein mit dem Gesetzgebungsverfahren vertrauter EU-Beamter.

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