Neuen Software für E-Mail-Push-Service
Blackberry-Dienst für Alle

Der Blackberry-Anbieter Research In Motion (Rim) hat für Ende dieses Jahres eine neue Softwareversion seines beliebten E-Mail-Dienstes angekündigt. Mit ihr können Besitzer von Handys mit dem Betriebssystem Windows Mobile künftig auch Blackberry-Services nutzen. Windows-Smartphones lassen sich dann auf Knopfdruck in ein waschechtes Blackberry-Gerät verwandeln.

DÜSSELDORF. Der Rim-eigene Mail-Service wird dazu alternativ zum „Direct Push“-Dienst von Microsoft eingebunden. Alle Funktionen von Push-E-Mail über Kalender bis Adressbuch sollen laut Rim unterstützt werden, ebenso Software-Anwendungen, die für Blackberry geschrieben wurden. Die Umschaltung zwischen Blackberry- und Windows-Modus soll jederzeit im laufenden Betrieb möglich sein. Etwa um Musik zu hören oder in Word zu arbeiten.

Das Programm geht deutlich weiter als bisherige Ansätze, den E-Mail-Push-Dienst auf Fremdgeräten einzubinden. In der Vergangenheit hatte Rim bereits Softwareanpassungen für Smartphones von Nokia und Palm veröffentlicht. Rim legt auch hier nach und will eine ähnliche Software wie für Windows Mobile wenig später auch für Symbian herausbringen, das Betriebssystem, das in Nokia-Geräten genutzt wird. Rim hofft, mit diesem Schritt zusätzliche Kunden zu gewinnen – vor allem jene, die den Push-Dienst zwar Klasse finden, aber nicht auf ein modernes Multimedia-Handy verzichten wollen.

Bislang ist Rim mit der eigenen Hardware, den Blackberry-Geräten, noch sehr erfolgreich. Der Verkauf der kultigen, eher zweckmäßig ausgestatteten Geräte macht über 73 Prozent des Umsatzes (viertes Quartal 2006) aus, der eigentliche E-Mail-Dienst bringt dagegen gerade einmal 19 Prozent.

Doch das könnte sich schnell ändern. Der Markt für E-Mail-Geräte wandelt sich. Leistungsfähige Multimedia-Geräte, als „Converged Mobile Devices“ bezeichnet, gewinnen an Boden. Sie bieten das komplette Spektrum von Arbeitsumgebung bis zum Multimedia-Einsatz für die Freizeit. 2006 ist dieses Marktsegment laut Branchenbeobachter IDC um 42 Prozent auf über 80 Mill. Stück gewachsen. Und Rim sieht da nicht gut aus: Nokia ist hier mit 38,7 Prozent Marktanteil Marktführer vor Rim mit sechs Prozent. Nur im Segment der Unternehmen mit mobiler Push-E-Mail liegt Rim vorne.

Aber genau dahin zielt jetzt Microsoft mit „Direct Push“. „Wir werden Ende 2007 bei ’Connected Mobile Devices’ einen Marktanteil von über 25 Prozent haben“, sagte Andreas Krieg, Director der Business Group Mobility bei Microsoft Deutschland, gegenüber dem Handelsblatt. Rim- Konkurrenten wie Motorola – laut IDC im vierten Quartal 2006 mit dem Gerät „Q“ schon Nummer drei – sind bereits auf den Zug aufgesprungen. Analysten wie Lawrence Harris von Oppenheimer & Co halten daher Rims Anlehnung an Microsoft zur Zukunftssicherung für richtig. Denn mit der neuen Strategie ist es egal, auf welchem Gerät der E-Mail-Push-Dienst geläuft. Hauptsache, er wird genutzt.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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