Neues Nobel-Phone
RIM mit neuem Super-Blackberry

Die Alphatiere in der Chefetage haben bald ein neues Spielzeug. RIM (research in motion) hat in Toronto den neuen Blackberry Bold (9000) vorgestellt. Das Gerät kommt mit absoluter Vollausstattung.

TORONTO. Neben W-Lan gibt es GPS, Blackberry Maps zur Navigation und neben Quadband-Edge auch UMTS mit HSDPA-Unterstützung. Der Bold wird es nicht leicht haben. Wenn er im Sommer ausgeliefert wird, wird er auf das überarbeitete UMTS-iPhone von Apple treffen.Trotzdem sind Analysten positiv gestimmt: "Wir haben das 3-G-Smartphone von RIM erst später erwartet", schreibt Citi Research-Analyst Jim Suva. Er rechnet damit, dass das Bold die Smartphone-Verkäufe von RIM um 200 000 bis 400 000 Stück pro Quartal steigern wird. Die RIM-Aktie notierte nach der Ankündigung an Wall Street deutlich höher. Der Bold soll 300 bis 400 Dollar kosten und Haupt-Vertriebspartner in den USA wird AT&T werden, teilte RIM mit.

Der Bold kommt im typischen flachen Blackberry-Stil, schwarz mit einem leicht matten Chromrahmen, der fatal an das iPhone erinnert. Die Tastatur erinnert an die - gut geformte - des Motorola Q9 und nimmt die volle Breite der Vorderfront ein. Der Prozessor des Bold taktet jetzt mit 624 Mhz und greift auf 128 MB-Flash- und 1 GB Hauptspeicher zu. Eine Erweiterung über Micro-SD-Card ist möglich.

Das Display verfügt über 480 x 320 Pixeln und soll die höchste Brillanz aufweisen, die ein Blackberry-Display bislang zu bieten hatte. Der LCD-Schirm wurde dazu mit der Unterseite des Deckglases verschmolzen, was die Schärfeleistung spürbar erhöhen soll.

Das neue Nobel-Phone richtet sich klar an die zwei Drittel der Businesskunden unter den 14 Millionen Blackberry-Abonnenten. Um den iPhone-Kampf zu bestehen, wurde aber auch am Multimedia-Teil heftig gearbeitet. Über den neuen Web-Browser soll Videostreaming möglich sein, die Softwaresuite Roxio (mitgeliefert) wird iTunes-Lieder synchronisieren, sofern sie nicht kopiergeschützt (DRM) sind. Die Kamera mit zwei Megapixel liegt im Mittelfeld der Wettbewerber.

Bislang hat RIM sich mit Bravour gegen die Apple-Konkurrenz aus Cupertino wehren können, die Zahlen zum vierten Quartal hatten die Erwartungen deutlich übertroffen. In der zweiten Jahreshälfte wird Apple aber mit der Version 2.0 der iPhone-Software auch eine Anbindung zu Microsofts neuer Push-E-Maillösung einführen und damit direkten Zugriff auf Firmen-E-Mails. Damit macht das iPhone den Schritt vom Unterhaltungs- zum Arbeitsgerät.

Um die Attraktivität der Blackberrys insgesamt zu erhöhen, hat RIM zusammen mit Thomson Reuters außerdem einen Investmentfonds aufgelegt, der mobile Anwendungen und neue Dienste entwickeln soll. Apple hatte zuvor gemeinsam mit der Investmentfirma Kleiner Perkins einen entsprechenden Fonds nur für iPhone-Software aufgelegt. Der "iFund" ist mit 100 Millionen Dollar ausgestattet.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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