Noch kein Partner für Problem-Sparte
Siemens will "in Kürze" Handy-Lösung präsentieren

Dem neuen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld läuft die Zeit davon. "In Kürze" werde ein Partner für die verlustreiche Handy- Sparte präsentiert, hatte er bei Vorlage der Halbjahreszahlen verkündet.

dpa MÜNCHEN. Doch die Bewerber für eine Kooperation oder eine Übernahme der Krisensparte stehen nicht gerade Schlange. Seit Kleinfelds Ankündigung sind vier Wochen ins Land gegangen, und die Braut steht noch immer alleine da. "Es gibt keine neue Situation", hieß es am Dienstag bei Siemens in München. Die Gespräche mit möglichen Partnern dauerten an, eine Lösung solle in Kürze präsentiert werden.

Kunden, Anleger und Analysten sind langsam mit ihrer Geduld am Ende. "Es ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit", sagt Siemens - Analyst Frank Rotauge von Sal. Oppenheim. Kleinfeld habe aus eigenem Antrieb die Hoffnung geweckt, dass schnell eine Lösung präsentiert werde. "Jetzt müssen sie auch liefern." Selbst bei den Kunden wird öffentlich Kritik laut. Der Siemens-Anwenderverein "Justsave" bemängelte das Fehlen einer Strategie im gesamten Kommunikationsbereich von Siemens. "Jetzt sind mutige Innovationen und zukunftsorientierte Investitionsentscheidungen gefragt und nicht eine Politik der schleichenden Selbstauflösung."

Die Lage in der Handysparte ist trostlos. Im ersten Quartal des Kalenderjahres machte Siemens mit den Mobilfunkgeräten erneut einen Verlust von 138 Mill. Euro. Der Marktanteil sinkt, Konkurrenten wie Nokia, Motorola oder Samsung sind weit enteilt. "Es ist nur ein ganz kleiner Teil von Siemens, der aber den Rest mit runterzieht", sagt Rotauge.

Am liebsten würde Siemens die Mehrheit am Handygeschäft abgeben. Darüber verhandelt der Konzern nach Angaben aus Branchenkreisen entgegen Medienspekulationen auch weiterhin mit dem US-Konkurrenten Motorola. Eine Alternative ist weiterhin eine Allianz mit einem asiatischen Partner. LG Electronics war hier im Gespräch, Rotauge kann sich auch ein Bündnis mit Panasonic oder NEC vorstellen.

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