Nokia 6630 UMTS-Handy
Finnische Wiedergutmachung

Mit seinen ersten UMTS-Versuchen hatte sich Marktführer Nokia nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Um die enttäuschten Kunden von der asiatischen Konkurrenz zurückzugewinnen, musste jetzt etwas Besonderes her. Sozusagen eine Wiedergutmachung auf finnische Art, der nordische Kotau vor dem König Kunden. Herausgekommen ist das 6630. Okay - Entschuldigung angenommen.

HB DÜSSELDORF. Beim 6630 hat Nokia nicht gespart. Umfangreiche Multimedia-Ausstattung einschließlich Megapixel-Kamera und das bewährte Serie-60-Betriebssystem lassen Gutes erahnen, und das Versprechen wird auch gehalten. Auf der " Serie-60" basieren die bekannten Telefone wie das Westentaschen-Büro 9500. Entsprechend brauchbar für Geschäftsleute präsentiert sich der UMTS-Neuling mit guter PC-Synchronisation und umfangreichen Funktionen für die Büro-Organisation.

Die Devise "Keine Experimente!" galt dagegen für die Tastatur des bauchigen Telefons. Vollwertige, übersichtliche Tastatur und ein guter Druckpunkt des Navigations-Steuerknopfes gefallen auf Anhieb.

Der Farbschirm ist angenehm groß mit guten Farben und Kontrasten. Nettes Detail: Ein Sensor passt die Helligkeit des Schirms automatisch an das Umgebungslicht an. Das hilft Strom sparen.

Mit dem integrierten "Real-Player" lassen sich Musik oder Videos von der externen Speicherkarte wiedergeben. Eine 64 MB große Karte wird mitgeliefert. Wer das 6630 zum iPod-Ersatz hochrüsten will, kauft eine Karte mit mehr Speicherplatz dazu. Immerhin hat das Telefon Stereo und kann das vom Musikladen "iTunes" bekannte Apple-Musikformat ".aac" lesen. Eine größere Speicherkarte ist auch ein Muss, wenn die Videofunktion der eingebauten Kamera genutzt werden soll.

Die Fotoqualität der Megapixelkamera ist bei guten Lichtverhältnissen absolut in Ordnung. Die riesigen Bilddateien werden auf Wusch automatisch in handliche Minidateien umgerechnet, um sie per MMS versenden zu können. Ein praxisnahes Detail, das gefällt.

Löblicherweise wurde gar nicht erst versucht, für Nachtaufnahmen eine unsinnige, schwächliche und Akku leerende Funzel einzubauen. Wer im Dunkeln fotografieren will, kauft den externen Zusatzblitz. Dann wird es auch was.

Verzichtet hat Nokia auch auf eine zweite Kamera auf der Frontseite (um sich selber aufzunehmen zu können), mit der Videotelefonie im UMTS-Betrieb möglich wäre. Dafür wird - anders als bei der Konkurrenz - ein Kameramodul benötigt, das noch einmal mit 100 Euro zu Buche schlägt. Wer aber auf diese Video-Spielerei angesichts der horrenden UMTS-Datentarife sowieso vorerst verzichten will, wird nichts vermissen.

Die Sprachqualität im Test hat mir sehr gut gefallen, die Verständlichkeit war auch in lauter Umgebung gewährleistet. Eine Taste auf der linken Seite führt zum Sprachmenü. Nach längerem Druck ist die Spracherkennung eingeschaltet. Namen oder Funktionen - die ich ihm natürlich vorher beibringen muss - werden dann automatisch angerufen oder ausgeführt.

Fazit: Das 6630 ist ein wirkliches UMTS-Schmuckstück geworden - alles andere wäre bei dem gesalzenen Preis aber auch schon fast indiskutabel gewesen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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