O2 sah eigene Markenrechte verletzt
E-Plus bekommt rote Karte

Der Mobilfunkanbieter E-Plus darf seine TV-Werbung mit Fußball-Nationaltrainer Rudi Völler nicht mehr ausstrahlen. Das geht aus einem am Dienstag bekannt gegebenen Urteil des Landgerichts München I hervor.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Richter fanden, dass die Völler-Werbung zu sehr an einen früheren Werbespot vom Münchner Konkurrenzunternehmer 02 mit „Fußball-Kaiser“ Franz Beckenbauer erinnert. Beide TV-Spots werben mit dem bayerischen Überraschungsausruf „Da legst di nieda“ (Da legst Du Dich nieder). Jetzt darf nur O2 mit dem Slogan weitermachen.

Die Firma O2 sei Inhaberin der geschützten deutschen Wortmarke „Da legst Di nieda“, entschied die Kammer. O2 hatte damit ab September 2002 mit Beckenbauer, später mit TV-Moderatorin Anke Engelke für die eigenen Angebote geworben. Von Januar 2003 an warb das Unternehmen E- Plus mit DFB-Teamchef Völler in einem anderen TV-Spot für seine Mobilfunkleistungen. Dabei unterhielten sich zwei Männer über die Angebote von E-Plus und einer sagte „Da legst Dich was?“, worauf der andere „Nieda (Nieder)“ antwortete.

O2 sah dadurch eigene Markenrechte verletzt. Der Kammer zufolge sei der als Marke geschützte Slogan von O2 auf Grund der massiven Werbekampagne auch aus Sicht des Publikums zu einer Herkunftsbezeichnung für die Dienstleistungen dieses Unternehmens geworden.

Mit der Frageform habe das beklagte Unternehmen E-Plus geradezu an die Zuschauer appelliert, sich an den Slogan der Konkurrenz zu erinnern. Hinzu komme, dass mit einem vergleichbaren Sympathieträger aus dem Bereich Fußball geworben wurde, so dass von einer gewollten Ausnutzung der 02-Werbemarke auszugehen sei, erklärten die Richter.

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