Öko-Handys
Hersteller funken auf der grünen Welle

Handys aus Mais- und Kartoffelstärke, aus Holz oder aus recyceltem Plastik alter Getränkeflaschen - die Branche verpasst sich derzeit einen grünen Anstrich. Mit umweltfreundlichen Geräten wollen die Mobiltelefonanbieter verstärkt um Kunden werben. Doch nicht jede Idee überzeugt.
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BERLIN. Telefonieren in der Holzklasse - das könnte zum Trend werden für Menschen, die ihre ökologische Gesinnung gerne offensiv zur Schau tragen wollen. Was von weitem aussieht wie ein Stück Holz am Ohr, erweist sich auf den zweiten Blick als Handy - allein das Gehäuse besteht aus dem natürlichen Material. Nokia erprobte einen Prototyp, und nun hat der japanische Mobilfunkkonzern NTT Docomo mit Sharp und Olympus ein Holzhandy namens "Touch Wood" geformt. Zum Einsatz kommt nur Restholz von Zypressen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Zwar ist der Serienstart unklar, doch das Gerät zeigt: Die Branche verpasst sich derzeit einen grünen Anstrich.

Ein Zeichen setzte der Mobiltelefonanbieter NEC bereits vor vier Jahren: Die Japaner stellten damals ein biologisch abbaubares Handy vor, dessen Gehäuse aus Mais- und Kartoffelstärke bestand. Durchsetzen konnte sich das exotische Gerät jedoch nicht.

Solarzellen liefern Strom

In der Wirklichkeit angekommen ist hingegen das Öko-Handy "Blue Earth" von Samsung, das voraussichtlich Ende November zum Preis von knapp 400 Euro auf den deutschen Markt kommt. Die Technik des Multimediageräts mit Touchscreen ist in recyceltes Plastik alter Getränkeflaschen eingebettet.

Samsung verarbeitet keine umweltschädlichen Chemikalien, dafür gibt es ein Solarpanel - wie beim Konkurrenten LG Electronics auch. Das soll - unter günstigen Bedingungen - das Aufladen an einer Steckdose ersetzen. "Eine Stunde Ladezeit an der Sonne liefert Strom für ein bis zu zehnminütiges Gespräch oder gut zwei Stunden Stand-by-Betrieb", sagt Mario Winter, Mobile-Marketingleiter von Samsung.

Das Gerät verfügt über einen Stromsparmodus sowie ein Ladegerät, das um 75 Prozent effizienter arbeiten soll. Nicht mehr als ein Gimmick ist die Funktion "Eco Walk": Dabei berechnet ein integrierter Schrittzähler, wie viel Kohlendioxid der Nutzer weniger ausstößt, wenn er zu Fuß unterwegs ist, statt mit dem Auto zu fahren. "Für den Markterfolg wichtig ist, dass solche Geräte trotzdem schick sind. Allerdings dürfen sie nicht deutlich teurer sein", sagt Winter. Weitere Modelle werden folgen. "Langfristig sollen umweltfreundliche Geräte selbstverständlich werden."

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Kommentare zu " Öko-Handys: Hersteller funken auf der grünen Welle"

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  • @ Tom (1)

    Sie sind, wie ich, ein atypischer Mobiltelefonnutzer, Sie wollen mit dem Ding telefonieren. Der Zweck bei der Mehrzahl der Nutzer ist, das neueste, umfangreichste, stylischte usw. „Handy“ zu besitzen. Auch wenn es so klein ist, daß es selbst in einer Hosentasche nicht wiedergefunden werden kann und die Tasten für die Funktionen mehrfach belegt sind.

  • ich verlange von einem handy das es zuverlässig funktioniert,es auch in den tiefsten alpentälern ein netz findet und der akku nach 10 minütigen gespräch nicht auf dem letzten loch pfeift.die hülle ist mir sowas von egal.

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