Offene WLAN-Netze
Freifunk für alle

Freies Surfen für alle: In immer mehr Städten knüpfen private Gemeinschaften offene WLAN-Netze. Rechtlich bewegen sich die Organisatoren der Freifunk-Communities aber in einer Grauzone.
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BielefeldDer Name ist Programm: Im Bielefelder Lokal „Hackerspace“ treffen sich Computerexperten, Tüftler und Nerds. Kabel ragen aus der Wand, an der Decke hängt ein Beamer. Junge Männer sitzen im schummrigen Licht um einen Tisch herum und starren auf ihre Laptops.

Hier hat auch Santos (31) sein Hauptquartier. Mit einem Freund organisiert er die Freifunk-Community der Stadt. Solche lokalen Gemeinschaften gibt es inzwischen in ganz Deutschland.

„Wir möchten ein möglichst flächendeckendes, unabhängiges und kostenfreies WLAN-Netz aufspannen“, erklärt Santos, der seinen Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Dafür stellen die Initiatoren eine kostenlose Software zur Verfügung. Jeder, der mitmachen möchte, installiert diese auf einem handelsüblichen Router.

Durch die Software erkennen sich die Router untereinander, verbinden sich und es entsteht ein stetig wachsendes Netzwerk. Darin können die Teilnehmer Daten austauschen und miteinander kommunizieren.

Auch der Zugang zum Internet ist über diese Netzwerke möglich. Dafür geben manche Freifunker einen begrenzten Teil ihrer Internet-Kapazitäten dem Netzwerk frei und schon können alle anderen surfen – sogar anonym. „Wir sind ein Netz, das von Bürgern für Bürger betrieben wird“, sagt Santos.

Ein Problem gibt es allerdings: Um sein Internet freizugeben, benötigt man einen herkömmlichen Internetanschluss bei einem kommerziellen Provider. Doch dürfen die Freifunker deren Dienste einfach so an Dritte weitergeben?

Thomas Bradler, Referent für Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale NRW, mahnt zur Vorsicht: „Es liegt sicherlich nicht im Interesse des Anbieters, dass viele Nutzer über einen Zugang im Internet surfen.“ Er empfiehlt, vorher genau in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des jeweiligen Providers zu schauen. „Sonst könnten eine Kündigung und entsprechende Schadenersatzansprüche die Folge sein.“

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Problematische Störerhaftung

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