Onkyos NC-500XE spielt MP3 vom PC und Internetradio auch ohne Computer
Kompakter Kraftzwerg

Für Büro, Studentenbude, Partykeller oder Gästezimmer muss es nicht immer die Kinoanlage mit einem halben Dutzend Boxen sein. Kompaktanlagen wie die Onkyo NC-500XE bieten ein erstaunliches Leistungsspektrum und verteilen mittlerweile auch die Web-Musik im ganzen Haus.

HB DÜSSELDORF. Der Netzwerk-Client von Onkyo ist zudem würdiger Ersatz für die grausigen Brüllwürfel, die noch an so manchem PC ihren krächzenden Dienst versehen. Audiospezialist Onkyo hat mit der hauseigenen VLSC-Technik (Vector Linear Shaping Circuity) einen guten Weg gefunden, um digitale Musiksignale sauber in analoge umzusetzen. Als Lohn der Mühen bekommt der Hörer ein sauberes, fast verzerrungsfreies Klangbild auf die Ohren.

Das formschöne Metallgehäuse mit Alu-Blende in halber Breite einer Standard-Hi-Fi-Komponente wird vom großen Monochrom-Display beherrscht. Alle Bedienelemente sind auf der Vorderseite gruppiert. Wäre das Anschlussfeld auf der Rückseite ein Menü im Feinschmecker-Restaurant, würde man es - freundlich umschrieben - überschaubar nennen. Ausreichend, aber nicht gerade üppig. Clou ist der Ethernet-Port für die Verbindung mit PC oder Internet.

Lob: Noch nie im Weekend-Journal-Testbetrieb konnte ein Gerät aus der Unterhaltungselektronik so leicht ans Internet gehen, wie der Onkyo. Die englische Serversoftware war mit wenigen Klicks installiert. Der Pfad für die Musikdateien auf dem Rechner (Fujtsu-Siemens Scaleo mit DHCP-fähigem Netz-Router von Belkin) war schnell festgelegt, das Netzkabel angeschlossen, und ohne weitere Einstellungen waren Web-Radio und MP3-Dateien abspielbar. Mit der Fernbedienung lässt sich leicht durch das PC-Archiv stöbern. Skurril: Die Seriennummer der Software ist auf den Verpackungskarton gedruckt. Zur Sicherheit ins Handbuch übertragen.

Das Webradio funktioniert auch ohne eingeschalteten PC, leider trüben immer wieder tote Links zu Web-Stationen das Bild. Die Auswahl der Sender ist (wie bei anderen Herstellern auch) leider fest vorgegeben. Viele kommen nur mit mäßiger Qualität rein, was an der Politik mancher Web-Radios liegt. Radio-Nutzer wie die Onkyo-Käufer schauen schließlich keine Werbebanner an, also bekommen sie nur die Minimum-Qualität.

Unverständlich, aber wahr: Höhen, Bässe oder Balance können - wie bei Billigstgeräten - nicht mehr individuell eingestellt werden. Auch fehlt ein Hinweis auf irgendeinen Equalizer. Friss? oder stirb?, ist offenbar die Devise der Japaner. Da ist es auch egal, dass der NC-500XE nur im Paket mit Boxen vertrieben wird. An die eigenen könnte man ihn sowieso nicht anpassen. Sonst wäre er eine gute Wahl für das fällige Weihnachts-Upgrade der alten Hi-Fi-Anlage.

Fazit: Kompakter Kraftzwerg für die Generation Web. Wichtig: Web-Radio niemals ohne DSL-Flatrate nutzen. Sonst kann das Erwachen bei der nächsten Rechnung böse werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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