Ovi-Shop
Nokia öffnet die Tür

Nokia eröffnet seinen Online-Shop Ovi und will mit kleinen Programmen, Spielen, Musik, Videos und digitalen Karten die Ertragseinbrüche bei den Handys abfedern und die Handy-Nachfrage ankurbeln. Experten rechnen damit, dass der Markt für Handyanwendungen weiter wachsen wird.
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STOCKHOLM. Lang hat es gedauert, doch seit gestern hat der Online-Shop „Ovi“ des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia seine Pforten geöffnet: Der finnische Konzern hofft, mit kleinen Programmen, Spielen, Musik, Videos und digitalen Karten Ertragseinbrüche bei den Handys zumindest etwas abfedern zu können.

Ähnlich wie bei den Konkurrenten Apple, Blackberry und Google können die Ovi-Anwender direkt vom Handy oder ihrem Computer kostenpflichtige und kostenlose Handy-Anwendungen herunterladen. Nach Angaben des finnischen Konzerns sind derzeit rund 50 Nokia-Modelle für den Einkauf bei Ovi (finnisch: Tür) geeignet. Insofern rechnet der Weltmarktführer mit etwa 50 Mio. potenziellen Nutzern.

Nokia hat mit der Eröffnung seines Ovi Store gewartet bis genügend Anwendungen zur Verfügung standen. Allerdings schweigt sich der Konzern bislang darüber aus, wie viele Applikationen er im Ovi Store anbietet. Apple hält mittlerweile mehrere zehntausend Programme in seinem App Store zum Download bereit.

Ähnlich wie von Apple praktiziert, behält auch Nokia 30 Prozent der Einnahmen aus dem Ovi Store ein. 70 Prozent gehen an die Entwickler der Programme. Ein Unterschied zu den Angeboten der Konkurrenz sind die standortbezogenen Inhalte im Ovi Store: Wer sich mit seinem Handy in Barcelona befindet, erhält beispielsweise Reiseführer für die Stadt.

Die Analysten der US-Marktforscher von Strategy Analytics rechnen damit, dass der Markt für Handy-Anwendungen in diesem Jahr um etwa 15 Prozent auf etwa 32 Mrd. Euro wachsen wird. Doch das ganz große Geld ist mit den kleinen Applikationen bislang nicht zu machen: Obwohl iPhone-Benutzer insgesamt mehr als eine Milliarde Anwendungen aus dem App Store heruntergeladen haben, hat Apple nach Berechnungen von Lightspeed Venture Partners nur zwischen 14 und 32 Mio. Euro an den Verkäufen verdient. Vielmehr nutzt der iPhone-Hersteller seinen App Store, um die Nachfrage nach dem Trend-Handy anzukurbeln. Angesichts eines in diesem Jahr schrumpfenden Handy-Marktes und des im ersten Quartal 2009 auf 36,2 (39,1) Prozent gefallenen Weltmarktanteils von Nokia will der finnische Konzern genau das auch mit seinem Ovi Store erreichen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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