Pebble Time im Test
Der Großonkel der Apple Watch

Das Start-up Pebble brachte lange vor Apple erste Smartwatch heraus. Nun folgt mit der Pebble Time das nächste Modell. Es ist eine hübsche Ergänzung zum Smartphone – trotzdem könnte es sich lohnen, noch zu warten.
  • 1

MünchenWow, was ist das denn? Eine Computeruhr? Die Kids zuhause sind gleich Feuer und Flamme, als die schwarz-graue Pebble Time auf dem Küchentisch liegt. Sie warten erst gar nicht auf eine Antwort, sondern schnappen sich den Minirechner fürs Handgelenk, drücken hier und dort, um nach wenigen Minuten mit ratlosen Gesichtern zu fragen: „Was kann die denn nun?“

Das Gerät ist seit ein paar Tagen zu haben. Der Preis in Europa: 249 Euro. Für das junge kalifornische Unternehmen Pebble ist es nicht das erste Produkt, das erste Modell kam schon vor zwei Jahren heraus. Die Pebble Time ist damit so etwas wie ein Großonkel der Apple Watch. Um den Miniaturrechner zu entwickeln, hat die Firma zweistellige Millionenbeträge auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingesammelt – und war dadurch schon lange bekannt, ehe die erste Uhr überhaupt fertig war. Mit 130 Mitarbeitern ist Pebble allerdings auch heute noch ein Start-up im Vergleich zu Konkurrenten wie Apple, Samsung, LG oder Sony.

Tja, und was kann die Pebble Time? Eine Frage, die sich wohl jeder stellt, der mit dem Kauf einer der vielen neuen Computeruhren liebäugelt. Bei der Pebble ist es so wie bei vielen Konkurrenzprodukten: Es kommt drauf an, was man draus macht. Von Werk aus passiert nicht so viel. Die Uhr zeigt eingehende Telefonate an, zudem Nachrichten von Diensten wie Twitter und Whatsapp, oder eine der wenigen SMS, die heute noch verschickt werden. Die Musik auf dem Handy lässt sich über die Uhr steuern, es gibt einen Wecker und ein paar Designs für den Bildschirm. So weit, so langweilig.

Die Pebble erwacht erst dann richtig, wenn sie mit Apps bestückt wird. Das haben die Kids denn auch recht schnell herausgefunden und allerlei Spiele herunter geladen, dazu ein paar Fitness-Apps – die Auswahl ist riesig.

Was die Hardware angeht, ist die Pebble Time eine Weiterentwicklung der ersten beiden Uhren. Der auffälligste Unterschied: Der Bildschirm ist nun farbig, die Darstellung gefälliger. Dazu kommt ein eingebautes Mikrofon. An der Bedienung haben die Amerikaner nichts geändert, auf ein berührungsempfindliches Display verzichten sie nach wie vor und setzen im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern auf Knöpfe. Das ist vollkommen in Ordnung, es geht auch ohne Touch.

Besonders cool ist die Uhr freilich nicht, wie die 14-jährige Test-Nutzerin nach ein paar Tagen in ihrem Gymnasium am Stadtrand von München festgestellt hat. „Die fällt kaum jemandem auf!“ Das sei einerseits gut, weil damit auch die Lehrer nicht herausfinden, dass sie laufend ihre Tweets im Unterricht verfolgt. Andererseits: „Man könnte denken, das sei eine stinknormale Uhr.“ Ein bisschen Aufmerksamkeit wäre schon nicht schlecht, so wie sie die wenigen Besitzer einer mindestes 400 Euro teuren Apple Watch auf dem Schulhof genießen.

Seite 1:

Der Großonkel der Apple Watch

Seite 2:

Zum Erfolg verdammt

Kommentare zu " Pebble Time im Test: Der Großonkel der Apple Watch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wunderbar, weltklasse... dieser Artikel könnte auf auf Bild.de stehen... wobei selbst dafür ist er vermutlich zu schlecht...

    eine smartwatch, pardon eine computeruhr... also eine rechner uhr? die gabs doch früher schon von casio, auch mit tasten, war das auch eine computeruhr?

    Die Uhr muss jeden Tag an die Steckdose? Das ist eine Lüge, selbst bei intensivster Nutzung hält diese Uhr länger als 24 Stunden.

    Was kann die Uhr? Sie zeigt von Werk aus eingehende Anrufe an... blöd für diese Anrufe brauch ich dann noch das passende Handy.. na das ja richtig doof, dann muss ich ja immer ein handy dabei haben, denn sonst kann die Uhr ja nur die Uhrzeit anzeigen... mensch nä.. da könnte ich mir ja auchne normale Uhr kaufen

    Die Beschränkheit des Autors in diesem Artikel ist wirklich kaum zu übertreffen.
    Vielleicht könnte der Autor auch nochmal den Drucker erklären... der ist auch ziemlich spannend... Aber was kann der denn nun? Drucken... aber nur mit PC sonst gehts nicht... Mensch ist das blöd...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%