Postinetts Teststrecke
Aus der Hüfte geschossen

Wollten Sie immer schon mal mitleidige Blicke ernten? Dann versuchen Sie doch mal, mit einer Digitalkamera so richtig spontane Aufnahmen aus der Hüfte zu machen. So wie damals mit dem alten Analogschätzchen. Einfach draufhalten und draufdrücken.

Das wird meist nix. Denn vor den digitalen Schnappschuss haben die Götter das Betriebssystem gesetzt. "Warte, Schatz, ich muss eben die Kamera hochfahren." Da kommt Windows- Feeling auf. Allzeit bereit ist der Pixelkünstler sowieso nie, sonst ist der Akku in null Komma nix leer - im falschen Moment sowieso.

Für die Akkuproblematik gibt es noch keine Lösung. Aber die Spontanität im eingeschalteten Zustand wird besser, wie ein erster Blick auf die IFA-Neuheiten zeigt. Die brandaktuelle 5-Megapixel Finecam S5R von Kyocera, Nachfolger der S5, setzt komplett auf Geschwindigkeit. Ein Wert von 0,33 Sekunden zwischen zwei Einzelaufnahmen - wenn der Autofokus das Objekt erst einmal fixiert hat - setzt Maßstäbe.

Erreicht wird dies laut Hersteller durch eine "Rtune" genannte Technologie, die den Signalverarbeitungsprozess verkürzt und speziell durch Änderungen bei der Farbverarbeitung früh die zu bewältigende Datenmenge reduziert. Was die Kamera ausbremst, ist ein eher mäßig schneller Autofokus. So vergehen im Schnitt laut Datenblatt dann doch bei einem neuen Motiv vom ersten Druck auf den Auslöser bis zur Aufnahme gut 0,7 Sekunden. Das ist ein Platz im Mittelfeld.

Also: Serienbilder, etwa in der Sport- oder Tierfotografie, wenn das Motiv erst einmal anvisiert ist, werden mit bis zu drei Bildern pro Sekunde deutlich beschleunigt. Beim ständigen Wechsel des Objekts wirkt sich Rtune kaum aus.

Natürlich schläft die Konkurrenz nicht. Die Lumix F1 von Panasonic etwa hat mit vier Bildern/Sekunde in Serie sogar mehr zu bieten. Allerdings ist nach fünf Fotos hintereinander Schluss. Bei der S5R kann man draufhalten, bis der Speicher voll, der Akku leer oder der berühmte Arzt da ist.

Rtune schlägt sich auch in der Videofähigkeit nieder. Flüssige Videos mit 30 Bildern/Sekunde bei einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln verspricht Kyocera - in unbegrenzter Länge. Das ist neu in dieser Klasse und macht die S5R zur Alternative für Gelegenheits-Videofilmer. Zum Vergleich: Vorgänger S5 schaffte maximal 30 Sekunden Video mit 240 x 320 Pixeln bei 15 Bildern/ Sekunde.

Mit einer 32-MB-SD-Speicherkarte soll die S5R mit 7,3 - 21,9 mm Objektiv (35 mm bis 105 mm im Kleinbildformat) und integriertem Blitz ab Ende August pünktlich zur Funkausstellung für rund 600 Euro in den Läden stehen. Aber erst mal abwarten, was die Konkurrenz in den nächsten Wochen noch so auffahren wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%