Postinetts Teststrecke
Das iPad wird zum Ghettoblaster

Musik-Anlagen für das iPad auf dem Schreibtisch muss man noch suchen. JBL stößt mit dem Onbeat in diese Marktlücke vor. Das Gerät überzeugt - ist aber nicht für alle iPad-Besitzer geeignet.

San FranciscoDas geduckt geschwungene Design des JBL Onbeat setzt einen markanten Akzent und das Gehäuse ist für diese Preisklasse (zirka 180 Euro) angemessen verarbeitet.

Gesteuert wird wahlweise über die mitgelieferte Fernbedienung oder am Gerätebildschirm. Die Lautstärkeregler liegen seitlich gut erreichbar, alle Anschlüsse auf der Rückseite. Zwei austauschbare Halterungen halten iPhone, iPod touch oder eben das iPad. Im Test erwies sich die iPad-Halterung passgenau für das iPad1, aber leider als etwas zu weit für ein iPad2. Es gibt keinen seitlichen Kontakt mit dem hochkant eingesetzten Gerät. Das ist schade, hoffentlich liefert JBL hier schnell eine dritte Halterung nach!

Überraschend voller Klang

Man sollte generell nicht zu viel und zu kräftig auf dem Display herumtippen, wenn das iPad eingesetzt ist. Ist die Tablet-Halterung montiert, wird zum Glück automatisch die Drehfunktion des Haltearms blockiert, so dass nichts aus Unachtsamkeit passieren kann. Ein leichtes iPhone lässt sich auch im Quermodus betreiben. Das iPad würde herausbrechen. Mit 800 Gramm ist das Onbeat schwer genug, um auch mit dem 10-Zoll-Spieler einen sicheren Stand zu gewährleisten.

JBLs Onbeat ist mit zwei Breitband-Lautsprechern (JBL Phoenix-Chassis) ausgestattet, die über zwei 6,5 Watt-Verstärker angesteuert werden und einen Frequenzbereich von 70 Hz bis 20 kHz abdecken. Erst bei Vollaussteuerung wird der Onbeat in den Höhen etwas unangenehm, im Normalbereich ist der Klang überraschend voll und angenehm. Die digitale Signalbearbeitung leistet hier eine gute Arbeit.
Trotzdem wäre ein zusätzlicher Subwoofer für die Tieftonunterstützung schön gewesen, denn hier schwächelt das Onbeat doch erkennbar. Zu einer ordentlichen Musikwiedergabe gehören eben auch satte Bässe!
Videos oder Filme lassen sich auf einem TV-Gerät ausgeben, allerdings gibt es nur einen simplen Composite-Ausgang, von HD-Wiedergabe kann also keine Rede sein. Schade, eine HDMI-Buchse wäre sicher noch im Budget drin gewesen. Die Station lädt die Akkus der eingesteckten Apple-Statussysmbole natürlich auf, das ist heute Standard, so wie die Möglichkeit einer Synchronisation mit iTunes auf PC oder Mac durchzuführen. Ein CD-Player oder ein anderer digitaler Musikplayer wird über 3,5mm-Klinke angeschlossen, der PC über USB.

Nur die Bässe fehlen

Fazit: Für iPad1-Besitzer ist das JBL Onbeat eine praktische und formschöne Möglichkeit, ihr Lieblingsspielzeug zuhause oder im Büro angemessen in Szene zu setzen und für die Medienwiedergabe zu nutzen. iPad2-Nutzer sollten auf die Nachlieferung einer passenden Halterung warten.

Die Audioqualität wäre angesichts des Preises von 180 Euro ziemlich beeindruckend, wenn es nicht Abzüge für den etwas schlaffen Bass gäbe.

Axel Postinett berichtet aus San Francisco für das Handelsblatt über Trends in Technologie und Technik.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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