Postinetts Teststrecke
Die Box im Ohr

Entspannung und gute Unterhaltung helfen über lange Stunden im Flieger hinweg. Damit ist es aber nicht weit her zwischen Düsengeheul und Kindergebrüll. Da hilft nur noch Gegenlärm aus dem eigenen Kopfhörer. Shure SE530 PTH verspricht hochwertigen Sound - allerdings zu einem Preis, der tief durchatmen lässt.

Wer im Flieger zwischen Düsengeheul und Kindergebrüll nach guter Unterhaltung sucht, muss den Lautstärkeregler von iPod oder Bordunterhaltungssystems schon sehr weit aufdrehen. So weit, dass die Standard-Billig-Ohrbohrer meist nur noch krächzend gegen die Lärmkulisse anbrüllen. Am Ende des Tages dröhnen dann auch noch die überlasteten Ohren. Das ist Entspannung pur.

Abhilfe schaffen da hochwertige Kopfhörer, die entweder das ganze Ohr bedecken und den Krach elektronisch durch „Gegenlärm“ neutralisieren. So wie etwa die Bose QuietComfort 3 für rund 400 Euro oder isolierende Kopfhörer, die wie Stöpsel im Ohr getragen werden. In der preislichen (und qualitativen) Oberliga der Bose-Toplinie tummeln sich wenige In-Ohr-Konkurrenten. Einer davon ist der Shure SE530 PTH.

Der größte Unterschied besteht im Tragekomfort. Die elektronischen Ohrmuschel-Wärmer sind etwas schwerer und nehmen mehr Platz im Reisegepäck in Anspruch. Die Isolier-Fraktion ist viel kleiner, aber nicht jedermann trägt gerne über Stunden Stöpsel im Ohr. Wer es ertragen kann, wird vom rund 400 bis 470 Euro (je nach Anbieter) teuren SE 530 PTH mit wirklicher akustischer Oberklasse belohnt. Sieben verschiedene Passstücke erlauben, Sitz und Tragekomfort ziemlich gut dem eigenen Ohr anzupassen.

Der Effekt ist mit einem implantierten 2-Meter-Stand-Lautsprecher zu vergleichen. Zwei Micro-Tieftöner, eigene Frequenzweichen und ein Hochtöner pro Seite liefern ein plastisches Klangbild mit sauberen Höhen und satten Tiefen in Studioqualität. Selbst in lauter Umgebung genügte es im Test den Regler eines iPod nur zu einem Viertel auszufahren, um sich Hörsturz-vermeidend angenehm berieseln zu lassen.

Vorsicht: Um Schäden an Gerät und Ohr zu vermeiden, sollte das Volumen immer auf Null gesetzt sein, wenn die 3,5mm-Klinke eingesteckt wird. Im Lieferumfang sind verschiedene Adapter und ein Reinigungswerkzeug enthalten, um den empfindlichen Tonkanal des SE530 gelegentlich und sehr vorsichtig durchzupusten.

Fazit: Überzeugender Sound zu einem Preis, der allerdings tief durchatmen lässt. Nur für Musikfanatiker und Klassikliebhaber, die ihre Musikfiles zudem in bester (speicherplatzfressender) Qualität abgelegt haben. Bei Standard-iTunes-Qualität sollte man ein paar Klassen tiefer zugreifen, etwa beim SE 210 für 100 Euro. Gleiche Isolation, aber geringere Soundqualität.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%