Postinetts Teststrecke
Die funkelnde Pinnwand

Die Konkurrenz schießt sich ein. Hatte Samsung vergangenes Jahr mit dem Qbowl als iPhone-Konkurrent noch einen ziemlichen Flop gelandet, ist das neue Omnia schon viel besser.

Das Touchscreen-Smartphone von Samsung protzt nicht nur mit Vollausstattung, auch die Spielkinder unter den koreanischen Entwicklern konnten sich so richtig austoben. Das Omina ist heftig bemüht eine eigene Duftmarke zu setzen - und das gelingt.

Das schwere Metallgehäuse des 125-Gramm-Riegels vermittelt auf Anhieb einen wertigen Eindruck, das 3,2-Zoll-Display (240 x 400Pixel) beeindruckt durch Schärfe und gute Reaktionszeit bei Berührung. Wenn es Verzögerungen gibt (und es gibt sie), dann liegt das an Windows, das Betriebssystem bringt den Prozessor manchmal arg ins Schwitzen, bis ein neues Programm gestartet ist.

Das quietschbunte Nutzerinterface ist ungewöhnlich und auf den ersten Blick irritiert ein leerer Startbildschirm. Ein Klick auf einen Reiter am linken Rand öffnet jedoch eine Schublade voll mit kleinen Programmen. Da gibt es alles von der Uhr, über Kalender bis zu Favoritenliste und Verbindungsverwaltung. Was gebraucht wird, wird auf den Bildschirm gepappt wie auf eine Pinnwand, was stört zurückgeschoben. Das ist innovativ.

Schön wäre jetzt noch, wenn man sich eigene Lieblingsprofile erstellen könnte. Leider können auch keine "Widget" - so heißen die kleinen Programme - selbst programmiert und installiert werden. Das hätte iPhone-Größe und würde sicher so manchen Entwickler anlocken.

Der Punkt "Hauptmenü - Programme" listet die installierte Software in Form eine scrollbaren Liste auf, da kommt kein Windows-Feeling auf. Leider hält Samsung die eigene Note (noch?) nicht konsequent über alle Ebenen durch.

UMTS (HSDPA), Bluetooth und W-Lan sind selbstverständlich. Die Kamera mit fünf Megapixel und Autofokus liefert bei Tageslicht sehr gute Ergebnisse, das Fotolicht hilft bei Dämmerlicht über das Gröbste hinweg. Bei Musikdateien werden auch DRM-geschützte Windows-Dateien verarbeitet, bei Video fällt die Unterstützung des im Web beliebten DivX-Standard auf.

Als Smartphone hat das Omnia eine Bürovollausstattung (Mobile Office) und einen eingebauten Visitenkartenscanner. Der beamte die beruflichen Lebensberechtigungsausweise zuverlässig ins Adressbuch. Weniger Spaß machte das eingebaute GPS - die Aktivierung der Route-66-Software war schwierig, später gab es im Test immer wieder Schwierigkeiten mit der aktuellen Ortsbestimmung, die teilweise auch lange dauerte. Da dürfte erst noch mal ein Software-Update fällig sein.

Fazit: Eine echte Bereicherung im Windows-Basislager am Fuße des iPhone-Gipfels. Ein Telefon für Junge, Junggebliebene und Individualisten. Technisch auf dem Stand der Zeit, aber mit 650 Euro (ohne Vertrag) reichlich teuer.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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