Postinetts Teststrecke
Die Panaleica – Kamera der Generationen

Das hätte Leica früher einmal bauen sollen: Panasonics GF1 verbindet klassischen Retrolook der 70er Jahre mit modernster Digitalfoto-Technik. Die GF1 ist eine Sucherkamera mit Spiegelreflex-Ambitionen im Segment der gehobenen Amateurfotografie - allerdings zu einem knackigen Preis.
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DÜSSELDORF. Schlankes, schwarzes Gehäuse mit angedeutetem Handgriff, die Lumix GF1 liegt angenehm in der Hand. Die Bedienelemente sind ergonomisch richtig platziert. Ein Bedienrad an der Rückseite oben für Belichtungszeit, Blende oder ISO-Einstellung, ein Multifunktionsschalter für Weißabgleich, Menü oder Sonderfunktionen, Taster für Autofokus, Löschen, Blitzlicht oder Wiedergabe, alles griffbereit angeordnet. Nach wenigen Tagen blind zu bedienen. Auf der Oberseite, ebenso klassisch, das Drehrad für die zahlreichen Motivprogramme und die Umschaltung von Foto auf Videoaufnahme, Letzteres in HD-Qualität und mit modernem AVCHD-Lite-Format. Die Videos werden auch direkt per HDMI-Anschluss in den Flachfernseher eingespeist.

Brauchbar, aber nicht berauschend, ist der eingebaute Blitz. Beeindruckend ist eigentlich nur, dass die Panasonic-Tüftler den überhaupt noch in dem kompakten Gehäuse von nur 119 x 71 x 36,3 mm untergebracht haben.

Die GF1 ist eine sogenannte "Micro-Four-Third"-Kamera. Das ist ein Digitalkamera-Standard, der als "Four-Third" 2003 entstanden ist. Das Besondere daran: Er wurde ohne jede Rücksichtnahme auf alte Analog- oder Digital-Fotostandards entwickelt. Der Spiegel der Spiegelreflexkameras fiel weg, Objektiv und Sensor rückten so eng zusammen wie nie. Die Weiterentwicklung zu "Micro-Four-Third" fand 2008 statt und ermöglichte noch einmal eine deutliche Verringerung der Bautiefe von Gehäuse und Objektiven.

Das hat natürlich auch negative Seiten. Micro-Four-Third hat die derzeit kleinste aktive Chip-Fläche unter den Digitalkamerasystemen. Je kleiner die Fläche, auf die das Licht auftritt, und je größer die Pixelzahl - die GF1 bringt es auf satte 12 Megapixel -, umso größer ist der digitale Aufwand, der getrieben werden muss, um Bildrauschen und Dynamikverluste in den Griff zu bekommen. Die "Venus"-Engine von Panasonic leistet da ganze Arbeit. Bei gutem bis durchschnittlichem Licht und ISO-Einstellungen bis zu 400 überzeugte das Test-Gespann mit dem Lumix G Vario 14 bis 45 mm (in 35 mm gerechnet wäre das ein Zoom mit rund 28 bis 90 mm Brennweite) auf ganzer Linie. Sehr farbneutral und praktisch kein wahrnehmbares Rauschen.

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