Postinetts Teststrecke
Digitaler Doppelwhopper

Die Hersteller von Digitalkameras haben es schwer, sich mit ihren Produkten von denen der Wettbewerber zu unterscheiden. Der japanische Anbieter Ricoh setzt auf Funktionsvielfalt. Die neue CX1 ist mit ihren technischen Finessen einen genauen Blick wert.
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Ricoh ist eigentlich ein Nischenanbieter bei Digitalkameras. Aber vielleicht geben sich die Techniker dort gerade deshalb besonders viel Mühe, um Aufmerksamkeit zu erringen. Die CX1 mit ihren technischen Finessen und der Kraft der zwei Bilder ist jedenfalls einen genauen Blick wert.

Der neue Japaner gefällt durch ein massives, allerdings auch etwas klobig wirkende Metallgehäuse und einen großen LCD-Farbbildschirm mit Lagesensor. Dreht man im Bildbetrachtungsmodus die Kamera hochkant, werden Fotos im Portraitmodus formatfüllend dargestellt. Sehr nett. Das Gewicht von knapp 200 Gramm mit Akku ist akzeptabel. Auslöser, Funktionswahlschalter Zoom- und Menütasten sind ergonomisch korrekt positioniert, oft genutzte Funkionen wie Blitzsteuerung, Löschen oder Makro ohne Umweg erreichbar. Das lichtstarke Objektiv (Brennweite 28 bis 200mm, umgerechnet auf Kleinbildformat) ist im Ruhezustand vollständig in das Gehäuse eingefahren und wirkungsvoll vor Beschädigungen geschützt. Der 7,1-fache optische Zoom reagiert so schnell, dass er mit dem kleinen Wipptaster leider nur schwer exakt zu justieren ist. Sehr schön: Standard-Mini-USB für PC-Anschluß. Als Speicher dienen SD-oder HDSD-Karten mit bis zu 32 GB-Kapazität.

Als Bildsensor kommt ein 1 / 2,3“-CMOS-Chip zum Einsatz, eine Technik die aus dem Profibereich kommt und im Amateurbereich immer öfter Anwendung findet. Mit effektiv 9,2 Mio. Bildpixeln rangiert die CX1 in der Oberklasse. Und die Techniker in Japan haben sich alle Mühe gegeben, aus diesen Pixeln herauszuholen, was herauszuholen ist.

Für den schnellen Schnappschußeinsatz stehen ein Standard- und „Easy“-Mode zur Verfügung, mit denen sich unter normalen Bedingungen - auch dank des Verwacklungsschutzes - eigentlich immer gute Ergebnisse erzielen lassen. Darüber hinaus gibt es die üblichen Vorgaben wie „Party“, Nachtaufnahme, Nachtportrait, Sport, Landschaft usw. Der geübte Fotograf findet sein Spielfeld in den manuellen Einstellmöglichkeiten, die an Spiegelreflex-Qualitäten heran reichen. Das Display des CX1 ist voll gestopft mit optischen Anzeigen wie das Head-Up-Display eines F16-Kampfjets. Vom manuellen Weißabgleich über Blenden- oder ISO-Vorgaben bis zur Auswahl verschiedenster Autofokus-Vorgaben ist alles möglich. Bis man da durch ist, ist garantiert jedes Motiv verschwunden, das nicht gerade in Stein gehauen ist.

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