Postinetts Teststrecke
Eine Digicam nicht nur für Spione

Klein, elegant und schnell. Die Finecam SL 300 R von Kyocera trifft genau den Zeitgeist. Rekordverdächtig ist neben der Bauhöhe von 15 mm die kaum noch wahrnehmbare Auslöseverzögerung.

HB DÜSSELDORF. Tempo ist Trumpf: In weniger als zwei Sekunden ist die Kamera schussbereit. Das erinnert an die Finepix F 700 von Fuji, die in puncto Geschwindigkeit Maßstäbe gesetzt hat. Hat man mit der SL 300 R erst einmal mit halb gedrücktem Auslöser das Motiv fixiert, ist praktisch keine Auslöseverzögerung spürbar. So macht spontanes Knipsen wieder Spaß. Muss der Autofokus das Motiv erstmalig fixieren, dauert das Ganze länger. Aber auch hier sind Fortschritte spürbar.

Die Anzahl der Fotos bei Serienbildern beziehungsweise die Länge eines Videoclips wird nur noch durch die Größe des Speichers und die - leider nicht so tolle - Akkulaufzeit begrenzt. Möglich macht dies der Rtune-Bildprozessor, der die Daten des CCD-Sensors deutlich schneller abfertigt und an die SD-Speicherkarte weiterreicht als sein Vorgänger. Videos gibt es mit bis zu 30 Bilder pro Sekunde.

Das Äußere darf als rundum gelungen bezeichnet werden. Metallgehäuse und Drehgelenk der Objektiveinheit machen einen stabilen Eindruck. An der Kamera hätte auch Minox-Gründer Walter Zapp noch seine Freude gehabt, ähnelt sie zusammengeklappt doch seiner legendären Spionagekamera.

Üblicherweise wird die SL 300 R aber nicht zusammengefaltet im "Stealth-Modus" betrieben, sondern mit nach vorne gedrehter Objektiv- und Blitzeinheit. Dann liegen die Bedienelemente auf der Rückseite, sinnvoll angeordnet und die Tasten mit genauem Druckpunkt. Das LCD- Display ist hell und ausreichend dimensioniert. Die Automatikfunktionen decken alle Bereiche des Fotoalltags ab, aber zur Not kann auch umfassend manuell eingegriffen werden. Überzeugen konnte auch die Qualität der Aufnahmen, was Farbtreue und Bildschärfe anlangt. Ein Lob verdient das umfassende deutsche Handbuch.

Vermisst wurde ein Stativgewinde. Für Aufnahmen in der Dämmerung wäre das halt immer noch erste Wahl.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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