Postinetts Teststrecke
Freispruch bei Hitze

Wir kennen sie alle, und ihre Zahl wächst beständig. Verwirrt erscheinende Zeitgenossen, die völlig unvermutet neben uns stehend auflachen, skurrile Sätze scheinbar ins Leere brabbeln, beherzt schimpfend die Straße überqueren oder einer Yuka-Palme im Straßencafé die Geheimnisse des Lebens erklären. Kurz - die Handy-mit-Headset- Träger sind auf dem Vormarsch.

HB DÜSSELDORF. Und die aktuelle Wetterlage begünstigt ihr massenhaftes Auftreten. Denn nichts ist unangenehmer als ein klebrig vollgeschwitztes Handy-Display bei 30 Grad im Schatten am Ohr. Die Devise lautet daher speziell im Sommer: Je kleiner desto besser. Da kommt das neue M 3000 Bluetooth Headset von Plantronics für rund 139 Euro gerade recht.

Der kabellose Winzling mit seinen gerade mal 30 Gramm Gewicht landete pünktlich zur Hitzewelle auf dem Redaktionsschreibtisch. Er ist 77 mm lang und schmiegt sich dank verschiedener mitgelieferter Bügel angenehm an das Ohr. Neben dem geringen Gewicht zeigte sich das Gerät im Weekend-Journal-Test auch als sehr schön ausbalanciert in der Gewichtsverteilung. Erst das macht längeres Tragen angenehm.

Mit dem Testhandy T 610, mit dem sich Sony Ericsson eindrucksvoll zurückgemeldet hat, verstand sich das Headset auf Anhieb. Mit Maßen von 102 x 44 x 19 Millimetern und nur knapp 94 Gramm Gewicht liegt das puristisch gestylte Mobiltelefon gut in der Hand und verfügt über ein 128 x 160 großes, hochauflösendes Display mit 65 000 Farben.

Es ist komplett ausgestattet und vereint nette "Gimmicks" wie MMS-Fähigkeit, eingebaute Kamera, Melodieeditor und polyphone Klingeltöne mit Business- Funktionen wie Triband-Fähigkeit für USA-Einsatz, WAP, E-Mail und BluetoothSchnittstelle, Organizer und PC-Software.

Das 610 könnte sich zur Konkurrenz für das hauseigene Spitzenmodell T 800 mausern. Wer auf die Video- und Musikfähigkeiten des großen Bruders verzichten kann, ist hier gut und preiswert aufgehoben. Im Praxistest überzeugte das Java-fähige Telefon jedenfalls voll und ganz.

Da das M 3000 Headset Freisprech-Profile unterstützt, können Handys wie das T 610 beim Headset-Betrieb im Normalfall in der Tasche bleiben. Gespräche annehmen, abweisen, selbst weiterleiten ist per Knopfdruck möglich. In der getesteten Kombination war die Sprachqualität angenehm gut.

Überzeugend ist die Batterielaufzeit des M 3000. Die versprochenen acht Stunden Gesprächszeit konnten im Praxistest beinahe erreicht werden, auch eine Standby-Zeit von gut 200 Stunden ist realistisch. Dann muss das Gerät wieder an die Steckdose. Ein Autoladekabel ist leider nicht im Lieferumfang.

Also, seien Sie gewarnt: Die Kombination T 610 und M 3000 dürfte das massenhafte Auftreten verwirrt erscheinender Zeitgenossen in öffentlichen Räumen deutlich befördern. Seien Sie nachsichtig. Leben und leben lassen, heißt die Devise im warmen Hochsommer. Und vielleicht erfahren Sie auch mal was Neues über ihren ärgsten Wettbewerber. Gerade in Flughafen- Lounges soll sich so manch unbedarfter Frei- Schwafler schon um Kopf und Kragen geredet haben.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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