Postinetts Teststrecke
Hilfe, mein Fernseher verfolgt mich!

Sonys Bravia WE5-Geräte schauen nach, ob jemand aus dem Zimmer geht oder einschläft. Dann wird das Gerät ausgeschaltet. Speziell beim ZDF-Programmangebot kann das viel Strom sparen.
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Mit der LCD-TV-Serie WE5 zieht Sony ein letztes Mal alle Register der guten alten Leuchtstoffröhrentechnik. Im kommenden Jahr werden LCD-Fernseher mit LED-Modulen als Hintergrundbeleuchtung den Markt aufmischen. Schon zur diesjährigen Messe Ifa zeigen namhafte koreanische und japanische Hersteller - an vorderster Front Sharp, Samsung und Toshiba - eine Flut dieser Stromsparwunder. Aber die Preise werden im Vergleich zu "normalen" Geräten mit Leuchtröhren noch immer gesalzen sein. Hier schlägt die Stunde des WE5.

Geräte wie die WE5 mit 40- und 46-Zoll-Bilddiagonale können getrost als der finale Höhepunkt der Röhren-LCD-TV angesehen werden. Bald wird nur noch in LED und OLED investiert. Sony hat die alten CCFL-Lichtspender (Kaltkathodenröhren) durch spezielle HCFL (Heißkathodenröhren) ersetzt. Diese Technik wäre schon immer besser gewesen, da sie eine höhere Lichtausbeute ermöglicht. Allerdings waren die Heißröhren im Durchmesser zu klobig. Die Sony-Lichtschläuche verhalten sich nun zu ihren Vorgängern wie ein Bleistift zu einem Abflussrohr. Die HCFL-Geräte werden nur wenige Millimeter dicker. Das Resultat: ein um 50 Prozent verringerter Stromverbrauch gegenüber dem vergleichbaren Sony-Vorjahresmodell.

Doch damit nicht genug. Um noch mehr Strom zu sparen, hat Sony einen echten (Achtung, Innovation!!) mechanischen An-Aus-Kippschalter spendiert, der komplett die Verbindung zum Netz kappt: Das wirkt schon seit der Erfindung der Braunschen Röhre.

Wirklich pfiffig ist der kombinierte Bewegungs- und Wärmesensor. Er prüft, ob jemand im Raum ist oder ihn verlässt, zum Beispiel um in der Küche Essen zu holen. Dann wird das Bild abgeschaltet, aber der Ton bleibt an. Bei Rückkehr wird das Bild wieder zugeschaltet. Erkennt der Sensor längere Zeit (einstellbar zwischen fünf und dreißig Minuten) keinerlei Bewegung im Raum, schaltet er komplett in den Standby-Modus. Dieser wird ebenfalls aktiviert, wenn 30 Sekunden lang kein Signal von einem angeschlossenen PC oder einer Spielekonsole empfangen wird.

Die WE5 bieten neben einer flimmerfreien 100-Hertz-Technik und Bravia-eigener Bildoptimierung auch ein Paket aus Internet- und Multimedia-Diensten. Das eingängige Bedien-Menü ist von der Playstation 3 entliehen, per Netzwerkprotokoll wird problemlos auf PCs, Smartphones oder Festplatten im Heimnetz zugegriffen. Die Internet-Konnektivität ist auf den Sony-eigenen Dienst beschränkt.

Fazit: Der heiße Sony punktet mit Top-Technik und bekannt guter Bildqualität. Aktuell kostet der KDL-40WE5W rund 1 400 Euro und liegt damit am oberen Ende seiner Klasse. Das dürfte sich ändern, sobald nach der Ifa die LED-Fernseher in den breiten Markt kommen. Wenn dann der Preis in Rutschen kommt, sollte der WE5 das Schnäppchen der Wahl sein.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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