Postinetts Teststrecke: Home Server
Digitaler Datensafe

Sicher und immer verfügbar: Mit dem Windows Home Server 2003 will Microsoft unsere ständig wachsenden digitale Datenflut vor Verlust schützen und auch noch weltweit über das Internet verfügbar machen. Erste Geräte für ambitionierte Heim-Netzwerker kommen vor Weihnachten auf den Markt. Eines davon ist der "Scaleo Home Server" von Fujitsu-Siemens.

Auch Firmen wie HP und Medion haben Geräte angekündigt. Der Aufbau ist immer ähnlich: ein mäßig motorisierter PC (um Strom zu sparen) für den 24-Stunden-Betrieb ohne Grafikkarte oder Tastatur, dafür mit bis zu vier Festplatten. Erste Modelle werden bis zu einem Terabyte Speicher bieten.

Der Server wird an die Steckdose und per Kabel an den Internet-W-LanRouter des Familien-Netzes angeschlossen. Die Konfiguration erfolgt über einen der angeschlossenen PCs oder Laptops mit Hilfe eines speziellen Moduls, das von CD installiert wird.

Die einzelnen Rechner werden beim Server angemeldet. Dort wird auch festgelegt, was zu tun ist. Zum Beispiel, ob in regelmäßigen Abständen jeder Familienrechner komplett gesichert werden soll oder nur teilweise. Auch die Freigabe der Daten wird auf dem Zentralspeicher geregelt. Das Musik- oder Filmarchiv steht dann vielleicht auf allen angeschlossenen Geräten zur Verfügung, die Geschäftsbriefe nur auf dem Office-PC. Da Windows Home Server 2003 uPnP-fähig ist ("universal Plug-n-Play") finden auch Geräte der Heimunterhaltung Anschluss. Das ist zukunftsträchtig: Immer mehr Hi-Fi-Anlagen bekommen von ihren Herstellern uPnP spendiert.

Ist die Backup-Funktion aktiviert, lassen sich auch "zerschossene" Betriebssysteme auf dem Kinderrechner im Handumdrehen wiederherstellen. Das stundenlange und nervige neue Aufspielen von Windows, Programmen und Daten (falls noch auffindbar) entfällt.

Elegant: Defekte Platten werden im laufenden Betrieb gewechselt. Das Gerät meldet den Fehler ("Festplatte 1") und nach dem Öffnen wird das entsprechend nummerierte Teil ausgetauscht. Dabei aber die neue Beschriftung nicht vergessen! Allerdings: Bei den Geräten von Medion und HP muss das Gehäuse noch nicht mal geöffnet werden. Die Platten befinden sich in Schubladen hinter einer Frontklappe. Das ist noch einfacher.

Ein Schmankerl der Home Server Technik: Freunden oder auswärtigen Familienmitgliedern kann man per Internet Gastzugänge auf einzelnen Ordnern einräumen. Die aktuellsten Fotos vom Enkel liegen dann immer abrufbereit für alle Verwandten bereit. Gäste dürfen nur lesen, nicht schreiben.

Der Administrator selbst kann per Internet Daten (z.B. Musik, vergessene Präsentationen) abrufen und auf den Server schreiben. Per Fernbedienung steht der heimische PC so selbst vom fernen Hotelzimmer aus zur Verfügung - eine entsprechend leistungsfähige Internet-Verbindung vorausgesetzt.

Wer noch einen älteren PC in der Rumpelkammer stehen hat, kann sich einen eigenen Home Server schnitzen. Das Betriebssystem gibt für rund 160 Euro, dazu kommt meist noch eine zweite Festplatte (oder besser direkt zwei neue mit der gleichen Kapazität). Neben Zeit und Nerven für die Bastelarbeit darf aber auch nicht vergessen werden, dass bei Standard-PCs dann hinterher einiges an Bequemlichkeit fehlt. Zum Beispiel das Auswechseln defekter Platten im laufenden Betrieb. Aber generell ließen durch einen Eigenbau schon einige hundert Euro sparen.

Fazit: Home Server oder Speicher im Heimnetzwerk sind nicht neu, aber sie waren bislang die Domäne technisch versierterer PC-Anwender. Mit Home Server 2003 wird eine zentrale und automatisierte Datenverwaltung und-verteilung auch für Laien interessant.

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