Postinetts Teststrecke
I Robot für Zuhause

Das wär doch was: Vom Hotel aus einen Rundgang im trauten Heim starten und schauen, ob alles in Ordnung ist. Oder aber der abendliche Kontrollgang durch die Lagerhalle - von der Wohnzimmercouch aus mit Rovio, der Robo-Webcam auf Rädern. Doch für Techniklaien hält Rovio einige Hürden bereit.
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Für Detektive Spooner alias Will Smith war es in "I Robot" schlicht der Alptraum. Für andere ist er eine Hilfe, der mit Kamera und Mikrofon versehene Robo-Aufpasser im trauten Heim.

Der "Rovio" von Wowwee ist so was wie ein "R2D2" für daheim gebliebene Sternenkrieger und bewegt sich behände auf drei Omnidirektional-Rädern über ebene Flächen. Die Webkamera befindet sich auf einer Art Schwanenhals, der dreistufig verstellbar, aber nicht schwenkbar ist.

Der Clou ist die Ladestation, sozusagen das Körbchen für den Robo-Krabbler: Ein Infrarot-Signal wird von da an die Raumdecke abgestrahlt und vom Empfänger auf der Gehäuseoberseite des futuristisch mit blauen LEDs beleuchteten Robos aufgefangen. Einmal als Ziel gespeichert, parkt Rovio - zumindest meistens - brav rückwärts ein und wird geladen. Das passiert leider häufig: Der Akku des Testgeräts war nach gut 30 Minuten erschöpft. Wichtig: Geht der Saft in einem anderen Raum zur Neige, muss per Hand in den Heimatraum zurückgesteuert werden. Steuerpult ist eine mitgelieferte Software, die im Web-Browser läuft. Im Test funktionierte Firefox am besten. Pfiffig: Der Digi-Wachhund speichert feste Routen, die er automatisch abarbeitet, solange kein Hindernis im Weg ist. An beliebigen Wegpunkten lassen sich Fotos schießen und per E-Mail versenden. Foto- und Videoqualität waren nur bei Tages- und hellem Kunstlicht gut. Witzig: Per Lautsprecher und Mikrofon nimmt der ferne Steuermann Kontakt mit den Menschen vor Ort auf.

Die Installation war nicht ganz trivial. Schon beim Auspacken überraschte der Warnhinweis: "Verwenden Sie auf KEINEN FALL die mitgelieferte Software von der CD." Ein sofortiger Software- und Firmware-Update aus dem Web war unumgänglich. Der Anschluss per USB-Kabel dafür gelang mit Windows XP und Vista 32-Bit, jedoch nicht mit Vista 64-Bit. Problemlos: Die Anbindung an das Heimnetz per W-Lan-Router. Das war in fünf Minuten erledigt.

Absolut kritisch: Der Aufbau einer externen Verbindung über das Internet. Wer unter "Portweiterleitung" das Herüberreichen eines Weinglases versteht und nicht zwischen "statischen" und "dynamischen" DNS-Adressen unterscheiden kann, sollte sich auf Stunden intensiver und mitunter frustrierender Bastelarbeit einstellen - oder einen guten Freund parat haben. Immer daran danken: Wer seinen Heim-PC für den Zugriff aus dem Web öffnet, geht ein großes Risiko ein, wenn er die Sicherheitsvorkehrungen falsch konfiguriert! Um Videobilder ins Internet zu senden, ist Breitband-Anbindung Pflicht.

Fazit: Rovio, ein Blick in unsere Zukunft für 349 Euro. Für Techniklaien (noch) nicht zu empfehlen. Aber wer Geduld und früher Spaß an seinem Fischertechnik-Baukasten hatte, der kommt auf seine Kosten. Erhältlich online oder bei der Elektronikkette Conrad.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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