Postinetts Teststrecke
Lärmgeschützt telefonieren

Motorola hat bei Bluetooth-Headsets traditionell einen sehr guten Ruf. Und das zu Recht, wie das aktuelle Motopure H12 bestätigt. Das gut zwölf Gramm leichte Freisprechzubehör für Autofahrer und sonstige Dauertelefonierer stellt einen Quantensprung im mobilen Telefonkomfort dar.

Kennen Sie das? Wenn man im Auto trotz Headset noch das Radio leise dreht und die Geschwindigkeit reduziert, weil man trotz des Stöpsels im Ohr sein eigenes Wort nicht mehr versteht? Das hat jetzt ein Ende. Selbst in sehr windigen (aber nicht orkanartigen) Umgebungen, auf lauten Bahnhöfen oder an Straßenkreuzungen verspricht das H12 mit der Motorola eigenen "Crystal Talk"-Technologie eine zumindest gut verständliche Kommunikation. Und das Versprechen wird gehalten.

Das H12 ist bei weitem nicht das erste Gerät mit Lärmunterdrückung auf dem Markt, aber es reiht sich definitiv in die Spitzengruppe ein. Der Trick besteht aus starken Signalprozessoren im Ohrcomputer und zwei Mikrofonen. Eines nimmt die Umgebungsgeräusche auf, das andere die Sprache während des Telefonieres. Für das Ohr des Headset-Trägers wird im nur acht Millimeter großen Lautsprecher ein Gegenschall produziert, der den Lärm neutralisiert und das eigene Wort hörbar herausarbeitet.

Warum das wichtig ist? Weil der Mensch unwillkürlich anfängt in die Muschel zu brüllen, wenn er sich selbst nicht mehr hört. Das wäre beim H12 für den Gesprächspartner am anderen Ende noch unangenehmer als sonst, denn auch er bekommt einen klargespülten Ton übermittelt. Stark gefilterte Gespräche aus lauten Umgebungen haben Angerufene im Test meist als etwas blechern und hallig bezeichnet, aber immer verständlich.

Das Motopure H12 besticht nicht nur durch seine Audioqualitäten, auch das Äußere macht mächtig was her. Wertiges Metall mit unaufdringlich eleganten Hochglanz-Applikationen in schwarz. Unscheinbar und zeitlos in schnörkelloser Form. In die gelungene Designphilosophie reiht sich die winzige Schreibtisch-Station ein, die das H12 mit zwei unscheinbaren Magnetkontakten festhält. Einfach schick. - wenn nicht noch das blöde Stromkabel aus der Halterung schauen würde.

Die Ladestation verlangt nach einem Micro-USB-Stecker wie ihn heute die meisten aktuellen Motorola-Telefone vorweisen. Aber es wird auch ein eigenes Netzteil mitgeliefert. Sehr schön: Auch in der mitgelieferten Reisebox ist ein Stromanschluss integriert, man kann die Schreibtisch-Station also getrost Zuhause lassen.

Das H12 hat eine lange Kompatibilitätsliste von über 200 Mobiltelefonen und funktionierte im Test mit einem Motorazr 2 genauso wie mit einem Blackberry Curve oder dem Nokia N95 8GB. Komfortfunktionen wie Sprachwahl, Gesprächsabweisung per Knopfdruck oder Anklopfen sind ebenso verfügbar wie drei ergonomisch geformte Einsätze für eine bessere Anpassung an die Ohrmuschel.

Die Sprachdauer wird vom Hersteller mit maximal 5,5 Stunden angegeben, bei einer Standby-Zeit von bis zu acht Tagen. Für den Gabentisch wird das H12 nichts mehr, es wird in Deutschland erst im Januar für rund 100 Euro erhältlich sein. Da bleibt genug Zeit, um nach den Feiertagen den Schlips und das Hemd wieder umzutauschen und das Geld dann in das H12 zu investieren.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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