Postinett's Teststrecke
Leckerbissen für Designfreaks

Minox - die Legende lebt. Die knuffige DD1 ist kaum handtellergroß, puristisch in der Form und erfrischend im Design. Ein Hingucker - aber technisch leider nur Mittelklasse.

DÜSSELDORF. Doch jetzt erst mal, was es alles nicht gibt: Es gibt weder Autofokus noch Zoom, keinen Blitz oder LCD-Monitor zur Bildkontrolle, und einzustellen gibt es erst recht nix. Eine Kamera zum Draufhalten und Draufdrücken, da gibt?s keinen Zweifel. So wie beim legendären Spionage-Original.

Dafür erwartet den Käufer ein edles, in Zusammenarbeit mit dem VW-Design-Zentrum entworfenes Metallgehäuse ohne Ecken und Kanten. Aufwendig verarbeitet mit schönen Details wie dem aufgesetzten Batteriefach, versenkten Kreuzschlitzschrauben und hochwertigem Material. Die Festbrennweite des 5-linsigen Objektivs entspräche bei einer normalen Kleinbildkamera 48 mm.

Die Aufnahmen des 2- Megapixel-Sensors werden auf einem Festspeicher mit 32 MB Kapazität abgelegt. Einen Erweiterungsslot gibt es nicht. Der entsprechend unumgängliche Anschluss an einen PC gelingt über die integrierte USB-Schnittstelle.

Die Bildqualität konnte im Praxistest bei Motiven mit hohen Kontrasten nicht überzeugen. Die Farben wirkten ausgewaschen, der Gesamteindruck eher flau. Das ist auch eine Eigenheit des verwendeten CMOS- Chips. Er ist kleiner als die sonst üblichen CCD-Chips, hat hier aber systembedingte Schwächen. Für eine Schnappschusskamera ist die Qualität in Ordnung, nicht aber für den ambitionierten Fotoamateur.

Das edle Äußere eröffnet aber ein weiteres Einsatzfeld: Montiert auf ein Mini-Dreibeinstativ, ist sie exklusiver Ersatz für die typische Webcam im Billig-Plastiklook, die hartnäckig den harmonischen Gesamteindruck des handgefertigten Design-Schreibtischs mit Apple-Rechner trübt. Wer in solchen Kategorien denkt, sollte nicht bei den letzten 200 Euro sparen.

Fazit: Es gibt definitiv technisch besser ausgestattete Digitalkameras fürs gleiche Geld - aber keine Minox. Und im Geschenkpaket für Weihnachten sogar mit Diamant erhältlich - na ja, synthetisch, natürlich. Aber immerhin.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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