Postinetts Teststrecke
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Darf es ein paar Gigabyte mehr sein? Geht es nach dem Willen der Musikindustrie, ist die CD bald mausetot. Allerdings nicht, weil Musikfans ihre Lieblingsstücke nur noch im Internet kaufen. Sondern weil Flashspeicher die gute alte Silberscheibe ablösen werden. „Slot-Music“ heißt das Konzept, das alle großen Musikunternehmen unterstützen.

Sie wollen damit diejenigen erreichen, die nicht im Web kaufen wollen, aber auch keine Lust haben, CDs erst am PC zu „rippen“, um sie dann überspielen zu können. Das sind zum Beispiel Kinder ohne PC oder Jugendliche ohne Kreditkarte. Der Micro-SD-Karten-Slot ist bereits Standard bei Musiktelefonen. Mit dem Sansa Fuze von Sandisk gibt es einen der ersten MP3-Spieler auf dem Markt, der damit umgehen kann.

Fast quadratisch, praktisch, gut: Der nur acht Millimeter dünne Fuze lässt das beliebte Miniformat der ausgelaufenen iPod-Nano-Serie weiterleben. Das Gehäuse des Testgeräts mit mattierter Rückseite macht einen stabilen Eindruck, das zentrale Bedienrad – durch einen blauen Leuchtring dezent betont – ist leichtgängig und präzise. Durch Drehen und Klicken lassen sich Menüs komfortabel aufrufen.

Der Klang ist konkurrenzfähig und reicht locker an den des Marktführers Apple iPod heran. Die Kopfhörer gehören der gehobenen Mittelklasse an und sind für den Preis angemessen. Unter Windows XP und Vista war die Musiksynchronisierung über den Windows Media Player 11 problemlos. Steckt man eine Micro-SD-Karte ein, sortiert das Gerät Titel automatisch in die Hauptbibliothek ein. Die Musik kann sofort durchsucht und abgespielt werden. Die Albumcover übertrug das Programm leider nicht automatisch.

Der Fuze ist auch gut für Hörbücher geeignet. Neben Musik lassen sich Videos und Fotos speichern und betrachten. Der Farbbildschirm ist klein, dafür aber hell und kontraststark. Auch die Akkuleistung ist in Ordnung: Im Test lief eine Ladung fast 20 Stunden.

Fazit: Ein ausgereifter MP3-Spieler mit genügend Funktionen und dem gewissen Extra an Zukunftssicherheit. Selbst das günstigste Gerät mit zwei Gigabyte Speicher kann wegen der fallenden Speicherpreise bald für kleines Geld auf bis zu 32 Gigabyte aufgerüstet werden. Abwarten lohnt sich: Mitte Oktober kommt das Vier-Gigabyte-Modell für knapp 70 Euro auf den deutschen Markt – zusammen mit dem neuen Album von Chartstürmerin Katy Perry auf einer Micro-SD-Karte mit einem Gigabyte Speicher.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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