Postinetts Teststrecke
Oldie but Goldie

Das neue Windows 7 soll auch auf kleinen Netbooks wunderbar funktionieren – verspricht jedenfalls Microsoft. Ist es damit auch die Rettung für den alten PC im Keller, der unter Windows Vista versagt hat? Ein Reanimationsversuch.
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Glaubt man Microsoft CEO Steve Ballmer, dann ist Windows 7 so sparsam mit der Prozessorleistung, dass es fast auf einem Taschenrechner laufen müsste. O.k., Steve. Wenn du unbedingt willst, dann machen wir den Downsizing-Test!

Als Testgerät wurde ein Athlon XP mit 1,8 GHz-CPU, einem Gigabyte Ram und alter AGP-Grafik aus der Kellergruft exhumiert. Bei einer Vista-Installation hatte er restlos versagt. Fenster öffneten sich nach Ewigkeiten, die Festplatte ratterte im 24-Stunden-Betrieb. Doch solche Rechner sind gar nicht so selten in deutschen Arbeitsstuben. Laut Umfrage des Fachmagazins „c’t“ waren 2008 noch über 40 Prozent der Leser mit Altgeräten (Kauf vor 2008) der Prozessorklassen Pentium 4, Athlon XP oder 64 unterwegs. Und so mancher Billigrechner im Web wird heute noch mit Arbeitspferden der Athlon-Klasse angepriesen.

Die Neuinstallation von Win7 Beta klappte reibungslos in gut 25 Minuten. Erster Eindruck: zügiger Fensteraufbau, das Dauerrattern war verschwunden. Aber: nur öde Grafik ohne Aero-Effekte, zögerlicher Aufbau von Webseiten oder Bilddateien. Im Media Center ruckelte das TV-Bild, kleine Aussetzer bei der Musikwiedergabe. Die alte FX-5600-Grafikkarte wurde durch eine stärkere Nvidia 7800 GS mit 512 MB Speicher und DirectX 9.0 ersetzt. Das wirkte wahre Wunder. Ein zweites Gigabyte Hauptspeicher machte aus dem Oldie einen frischen Alltagsrechner und Multimedia-Server mit TV-Ausgang. Natürlich ist das Gerät untauglich für moderne Spiele oder Videobearbeitung. Aber: Test bestanden.

Dermaßen ermuntert der zweite Versuch: ein Ahtlon 64 3500+ mit vier Gigabyte Hauptspeicher, Nvidia 7800 GS-Grafik und Festplatte mit 16 MB zusätzlichem schnellem Flash-Zwischenspeicher. Vor drei Jahren ein Kraftpaket – heute schlappe Vista-Kiste. Unter Win7-Beta war die Multimedia-Leistung überzeugend, flüssiger Bildaufbau mit Aero-Grafik, die Bürosoftware OpenOffice 3.0 lief reibungslos, Webvideos und gleichzeitiges Surfen im Hintergrund kein Problem. Noch die Online-Programmsammlung Windows-Live-Essentials (Bildgallerie, Videoschnitt, E-Mail, Messenger) installiert und der flotte Homerechner mit Cloud-Anschluss ist fertig.

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