Postinetts Teststrecke
Quantensprung für Blackberry-Nutzer

Einfallslos? Vielleicht. Das gerade in Florida vorgestellte Blackberry Bold 9900 macht auf den ersten Blick nicht viel her. Doch die wahren Qualitäten offenbart das Gerät erst im Praxis-Einsatz.
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San FranciscoDas gesamte Äußere des Blackberry Bold 9000 sieht aus, wie dem Vorgänger wie aus dem Display geschnitten. Ein klein wenig edeler im Finish mit seinem Rahmen aus gebürstetem Edelstahl als der Vorgänger, aber das war’s auch schon.

Die wahren Werte liegen diesmal wirklich im Inneren. Der für Sommer 2011 angekündigte 9900 hat einen Prozessor, der zwar immer noch mit nur einem Kern rechnet, während die Konkurrenz schon auf Doppelkern-Chips aufrüstet. Mit 1,2 Ghz ist er aber doppelt so schnell getaktet ist wie der Vorgänger. In der Realität ergibt das zusammen mit 768 MB Arbeitsspeicher einen Unterschied wie Tag und Nacht, wie ein erster Test mit einem Vorserienmodell auf der Blackberry World in Florida gezeigt hat. Egal ob Programmaufruf oder Bildbetrachtung, alles läuft erheblich zügiger ab. Die zweite große Änderung ist der 2,8-Zoll große Berührungsbildschirm mit voller VGA-Auflösung (640x480 Pixel).

Das Blättern durch Menüs oder die Startbildschirm funktioniert per Fingerwisch, wie auch der Programmaufruf. Die erfreulich große QWERTZ-Tastatur wird wirklich nur noch fürs Schreiben gebraucht. Das Tippbrett ist um gut sechs Prozent größer geworden als beim Vorgänger, was sich ebenfalls in leicht vergrößerten und angenehm bemerkbar macht. Mit 130 Gramm und nur noch rund zehn Millimeter Stärke ist das Bold 9900 ein wenig eleganter als der doch etwas plumpe Vorgänger. Das neue Betriebssystem 7.0 macht sich optisch nicht bemerkbar. Anmutung und Menüaufbau sind identisch mit OS 6.0.  Im Inneren gibt es zusätzliche Features wie Augmented Reality oder HD-Video mit 720 Zeilen. Kräftig überarbeitet zeigt sich die Grafikausgabe. „Liquid Grafics“ nennt RIM seine Technik, die für einen reibungslosen Bildaufbau sorgt. Bessere Grafik und starker Prozessor helfen der Adobe-Flash-Wiedergabe auf die Beine, Flash-Inhalte verarbeitet das 9900 ohne Ruckeln oder Klagen.

Ein wichtiges Detail für Busines-Nutzer: OS 7.0 erlaubt es in Zukunft private und berufliche Inhalte zu trennen. Dadurch können im privaten Bereich weit mehr Programme (Apps) oder Funktionen genutzt werden als bisher, ohne die Sicherheit von Firmendaten zu beeinträchtigen. Ein Administrator kann in Zukunft die Firmeninhalte eines Blackberrys löschen, ohne die privaten Apps und Inhalte anzutasten. Sehr gut! Dokumente oder Inhalte aus dem Unternehmensteil lassen sich nicht mehr kopieren oder an Adressen außerhalb der Business-Kontakte senden. Auf der anderen Seite hat der Firmen-Admin auch nichts mehr im Privatbereich des Mitarbeiters zu suchen. Das sollte man auch nicht vergessen in Zeiten der intensiven Diskussionen um  Privatsphäre und Datensicherheit. Leider: OS 7 ist auf keinem der alten Blackberry-Modelle lauffähig.

Fazit: Das 9900 ist nicht der erhoffte große Wurf, aber ein Quantensprung für Blackberry-Nutzer. Die Kombination aus Touchscreen und ständig verfügbarer Tastatur wirkt wie aus einem Guss und schlüssig in der Bedienung. Das Bold 9900 ist keine Möchtegern-iPhone-Kopie, sondern eine Hochleistungs-Arbeitsmaschine mit eigenem Charakter. Diese Prozessor- und Grafikleistung wünscht man sich nach dem ersten Ausprobieren verzweifelt auch für Blackberrys Torch- und Storm-Modelle. Hoffentlich werden diese beiden gefühlten Oldtimer schnell überarbeitet. Verfügbar sein soll das 9900 ab Spätsommer, Preise sind noch nicht bekannt.

 

Axel Postinett berichtet für das Handelsblatt aus San Francisco über Trends in Technik und Technologie.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Postinetts Teststrecke: Quantensprung für Blackberry-Nutzer"

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  • ... ein "Quantensprung" ist doch bekannlich(??) nicht gerade eben viel ;-)
    Außerdem noch eine Frage: Habe mein BB 8800 weggegeben, weil es die Zusammenarbeit mit den Bluetooth-Freisprechanlagen von Volvo (neues Modell) und BMW (drei Jahre alt) verweigert. Hat sich da etwas zur Besserung getan??

    Beste Grüße, M. Boldt

  • Es tut mir leid, aber der Autor scheint sich nicht wirklich mit Technik auszukennen. Aber so etwas wäre durchaus hilfreich, wenn man nicht mehr als die Werbebroschüre zu einem Text umformen möchte. Z.B., dass Version 7 eigentlich einer Version 6.5 entspräche, wird verschwiegen und laut Autor beeinflusst die Größe des Geräts angeblich die Eleganz..? Die Differenzierungsfähigkeiten des Autors offenbaren sich letztendlich bei dem Satz: "nicht der erhoffe große Wurf, aber ein Quantensprung" - und so etwas wird veröffentlicht?!

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