Postinetts Teststrecke
Samsung NC10: Wohlfühlfaktor inklusive

Immer mehr Anbieter werfen Netbooks mit integrierten UMTS-Modem auf den Markt. So auch Samsung mit dem NC10 anynet, das bei der Basistechnik nicht aus der Masse herausragt. Aber bringt das wirklich das Ende der verzweifelten Suche nach W-Lan-Hotspots in der freien Wildbahn?
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Bei der Basistechnik ragt das NC10 nicht aus der Masse heraus: Ein 10,2-Zoll-Schirm, 1,6 Gigaherz-Intel-Atom-Chip, ein Gigabyte Hauptspeicher und 160 Gigabyte-Festplatte, dazu Windows XP: Das ist Netbook-Hausmannskost.

Highlight ist die üppige Tastatur im Notebookformat. Große Tasten mit ausreichenden Zwischenräumen, das erfreut den Vielschreiber. Praktisch das Touchpad mit Gestensteuerung. Per Fingergesten lassen sich Fotos zoomen oder Seiten umblättern. Das ansprechend gestylte schwarze Klavierlack-Gehäuse zog Fettfinger magisch an, den ewigen Kampf gegen schmierige Schlieren gibt man schnell auf. Da muss man sich dran gewöhnen.

Hinter dem Akku findet sich versteckt der Sim-Karteneinschub. Steht kein W-Lan zur Verfügung, genügt ein Klick auf den "Connection Manager" und je nach Mobilfunknetz geht es mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde ins Internet. Das funktionierte im Test reibungslos und verführte schnell dazu, immer mit UMTS surfen zu wollen. Das NC10 schafft Akkulaufzeiten von bis zu vier Stunden, was ausgedehnte Web-Sessions ermöglicht.

Ein Problem ist: Ein Windows-Netbook verhält sich im Web anders als ein Smartphone. Automatische Updateprogramme übertragen im Hintergrund riesige Datenmengen. Opulente Webseiten mit Bilderflut und Flash-Animationen verbrauchen Megabyte an Daten, wo Mobile-Versionen in Kilobyte rechnen. Ohne Datentarif sollte niemand auch nur mit dem Gedanken spielen, seine Sim-Karte "mal eben" aus dem Telefon zu nehmen und eine Webseite aufzurufen. Das kann ins Geld gehen.

Selbst mit Datentarif gibt es Probleme: Die heute "Flatrates" getauften, verkappten Volumentarife der Mobilfunkanbieter regeln aktuell nach fünf Gigabyte Datentransfer - das schafft ein beruflicher Vielsurfer leicht - für den Rest des Monats die Übertragungsgeschwindigkeit auf steinzeitliche 64 Kilobit pro Sekunde herunter. Mit dem Netbook ist das so, als ob man gleich offline wäre. Da hilft nur sparsam surfen, Update-Dienste konsequent deaktivieren und nur am W-Lan nutzen.

Praktisch ist ein UMTS-Netbook zusammen mit Smartphone und "TwinCard", also zwei Sim-Karten mit derselben Telefonnummer und einem Vertrag. Dann geht man mit dem Gerät online, das gerade nötig ist. Im Hotelzimmer mit dem Netbook, unterwegs mit dem Smartphone. Dazu kein lästiges Herumhantieren mit der Handy-Sim-Karte, kein USB-Surf-Stick, der abbrechen oder verlorengehen kann.

Fazit: Das NC10 ist für unter 400 Euro auch ohne UMTS-Modem empfehlenswert und lässt sich mit jedem USB-Surfstick und etwas Aufwand nachträglich zum Mobilfunk-Netbook aufrüsten. Wer aber echte Bequemlichkeit auf Reisen schätzt, legt rund 80 Euro Aufpreis für integriertes UMTS drauf. Die ständige Suche nach W-Lans auf Reisen beendet ein UMTS-Netbook aber nicht. Jedenfalls nicht bei den aktuell verfügbaren Datentarifen, und wenn man viel surft. Alternativen mit integriertem UMTS sind u.a. das LG X110 oder ein MSI Wind U 120.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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