Postinetts Teststrecke
Samsung S 8300: Mobiler Grenzgänger

Smartphones wie Apples iPhone machen keine 30 Prozent des Mobiltelefonmarktes aus, aber sie bekommen 99,9 Prozent der Medienaufmerksamkeit. Zu Unrecht, wie innovative Crossover-Telefone wie das Samsung S 8300 beweisen. Nur der viel zu schmalbrüstige Akku bremst das Vergnügen.
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Samsungs S-Klasse versucht den Brückenschlag zwischen traditionellem Lifestyle-Slider und Bonsai-Smartphone. Das 13 Millimeter schlanke, aber trotzdem massive und wertige Gehäuse liegt gut in der Hand. Der satt einrastende Schiebedeckel gibt eine 4x3-Handytastatur frei. Sie hilft, wenn Navigieren oder Texten auf dem etwas klein geratenen Berührungsbildschirm schwierig wird. Apropos Bildschirm: Das AMOLED-Display brilliert mit satten Farben, bei nur mittelprächtiger Auflösung. Angenehm: Das von iPhone & Co bekannte Prinzip der "Widgets", kleiner Zusatzprogramme wie Wetter, Web-Suche, Börsenkurse, wurde sehr stimmig auf das 8300 übertragen. Es gibt ab Werk einen Mobile-Blogging-Client ("ShoZu").

Per Fingerwisch werden die Programmicons auf dem teletubby-bunten Desktop platziert, die Auswahl beträgt aber nur einen Bruchteil dessen, was etwa in Apples "App Store" zur Verfügung steht. Kostenlose Spiele gibt es auch nicht, im Lieferumfang sind nur Demoversionen, die gegen Lösegeld freigekauft werden müssen.

Wenig Spaß machte das Web-Surfen. Dafür ist der Bildschirm zu klein und die Bedienung mit dem Touchscreen dann zu fisselig. Aber ab und zu geht das schon in Ordnung. Bei E-Mail finden sich POP3 und IMAP-Clients für den Hausgebrauch. Businesstauglich ist das nicht, genauso wenig wie die auf Privatnutzer zugeschnittenen, durchschnittlichen Organizerfunktionen.

Der Multimediateil unterstützt Formate wie MP3, MPEG4, DivX, Xvid, H.264 und AAC. Da bleiben kaum Wünsche offen. Ein Highlight: Die Kamera mit Autofokus, extrem schneller Reaktionszeit und GPS-Geotagging. Bilder gelingen bei guter Beleuchtung durchweg in hervorragender Schärfe und Farbbrillanz. Es gibt Bildstabilisator, Makro, Gesichtserkennung, manuelle ISO-Auswahl und einiges mehr, das ist Handy-Oberklasse. Wer das S 8300 kauft, braucht unbedingt eine 16-GB-microSD-Karte, um den internen Speicher aufzurüsten. Schade: Die SD-Karte ist nicht ohne Akku-Ausbau erreichbar.

Absolut ärgerlich für diese Ausstattung ist im täglichen Gebrauch der viel zu schmalbrüstige Akku mit 880 mAh. Der Vielnutzer und Hobbyfotograf hält damit kaum einen Tag durch. So bitte nicht, Samsung. Das ist eine echte und unnötige Spaßbremse.

Fazit: Elegant-klassisches Mobile mit Fokus auf Multimedia und gelungenem Ausflug in die Smartphone-Welt. Dank nachladbarer Widgets ist zudem noch Spielraum für künftige Erweiterungen. Das Beste aber: Sollte das S8300 Ultratouch ursprünglich ambitöse 550 Euro kosten, ist es mittlerweile um 350 Euro (ohne Vertrag) zu bekommen. Zu dem Preis wird Samsungs Jüngster zu einer attraktiven Alternative für Privatnutzer unterhalb von iPhone und Googles G1 und zum Blackberry Pearl. Negativ: Prozessor und Reaktionszeit auf Touchscreen-Eingaben könnten wirklich schneller sein.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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