Postinetts Teststrecke
Satter Sound aus dem PC

Wer 400 Euro für zwei PC-Lautsprecher verlangt, muss starke Nerven haben - oder gute Argumente. Gamingspezialist Razer hat beides.

Also mal ehrlich; die üblichen Brüllwürfel im Discount-Elektronikmarkt meines Vertrauens kosten höchsten 40 Euro. Die Krächz-Membranen reichen locker, um das "Pling" der nächsten Windows-Fehlermeldung in die Gegend zu posaunen.

Aber längst haben auf meinem PC Computerspiele Platz gefunden, deren Sound Opern-Charakter hat und die iTunes-Musiksammlung hat Gigabyte-Format. Da ist anderes Kaliber von Nöten. Das 2.1-System (zwei Lautsprecher, ein Basselement) "Razer Mako" ist der erste Audio-Ausflug des Gaming-Spezialisten und das lässt zunächst zur Vorsicht raten. Doch Razer hat sich veritabler Hilfe bedient und die Technik des Kino-Soundspezialisten THX nicht nur lizensiert, sondern das Set zusammen mit THX entwickelt.

Herausstechend ist das Design zwischen notgelandetem UFO und trockengelegter Qualle. Wer das nicht mag, wird das "Mako" sowieso links liegen lassen. In entsprechend puristisch gestylter Umgebung hat das aber was.

Die klangliche Besonderheit ist die Rundumabstrahlung des Sounds durch die schwarz eloxierten Metallgitter nach unten - und nicht wie üblich nach vorne in Richtung Zuhörer. Das macht zum einen die Schreibtischplatte mittels Resonanz zum akustisch verstärkenden Hilfsknecht. So wird ein für Kompaktsysteme wirklich erstaunlich raumfüllender Klang erreicht, was mehrere Testhörer gerne bestätigten. Zum anderen ist der "Sweet Spot", der Bereich im Raum, wo die Stereowirkung optimal ist, größer als sonst bei Stereo-Aufstellung üblich.

Anschlüsse gibt es am Subwoofer satt für Hi-Fi-Anlage, DVD-oder MP3-Spieler. Die Steuerung erfolgt bequem über eine Kabelsteuereinheit, an der per Sensor Lautstärke, Bass und Eingangswahl vorgenommen werden.

Die Sensoren reagieren manchmal etwas schwerfällig und die Feinauswahl der Lautstärke geht mit einem einfachen Drehknopf aber schlicht einfacher als mit dem modernen Gleitschieber. Die 300-Watt-Anlage kommt im Hörtest erwartungsgemäß mächtig zur Sache - die beeindruckt den Nachbarn gleich mit.

Aber viel wichtiger ist der Höreindruck bei gemäßigter (Büro-)Lautstärke. Selbst jetzt dominiert der klare Sound und die Bässe kommen trocken rüber, ohne überzubetonen. Digitalverstärker und THX-Technologie halten, was Razer verspricht.

Fazit: Für 400 Euro kann man einiges erwarten, und die Konkurrenz ist groß. Razer hat ein beeindruckendes Erstlingswerk abgeliefert, das den Vergleich nicht scheuen muss - wenn man das Design mag. Für Extremgamer und Kinofreunde mit (vielleicht schon bald üblichem) Blu-Ray-Kinolaufwerk in PC oder Laptop. Erhältlich zum Testzeitpunkt im Onlinehandel für rund 400 Euro.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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