Postinetts Teststrecke
Schönweißchen mit Touch-Screen

Eigentlich müsste man doch endlich mal was erfinden, um den sperrigen Laptop auf dem Schreibtisch durch etwas Ansehnliches zu ersetzen. Wie wre es mit einem Desktop-PC? Der Asus EEE-Top mit Touch-Screen-Funktion kann mehr als nur gut aussehen – der All-In-One-PC im Test.
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HB. Die meisten Laptops kennen nichts anderes als das Warenregal des Händlers und den Schreibtisch ihres Käufers. Auf letzterem stehen sie ewig herum. Also warum nicht einen schönen Desktop wie den Asus EEE-Top kaufen, der auch noch einen schicken Touch-Screen hat – das iPhone lässt grüßen.

Das Design des All-In-One-PC ist schnörkellos. Ein weißes oder schwarzes Klavierlackgehäuse schmiegt sich an eine Wanne aus durchsichtigem Kunststoff, die unten dezent blau hinterleuchtet wird. Alle Anschlüsse sind auf der Rückseite bzw. links platziert, was das Kabelgewirr notdürftig verstecken hilft. Leider brauchen nicht nur – die schön gestylten – Maus und Tastatur ein USB-Kabel, das zusätzliche DVD-Laufwerk (Aufpreis) für die Software-Installation sucht ebenso eine Kupfer-Leitung wie die Stromversorgung. Kommt ein Drucker dazu, ist der Vorrat an USB-Plätzen erschöpft und der Strippen-Wirrwarr perfekt.

Der EEE-Top ruht auf einem Bügel aus Edelstahl, der sich stufenlos verstellen lässt. Eine einfache Konstruktion, die zudem passabel aussieht. Das obere Ende dient als Tragegriff, ein Positionswechsel des Screen-PCs in die Küche oder Partyraum ist schnell erledigt.

Das Kraftwerk des EEE-Top 1602 hat Netbook-Format. Im Testgerät war der 1,6 GHz-Intel-Atom-Prozessor verbaut mit einem Gigabyte-Arbeitsspeicher und 160 Gigabyte Festplatte. Das Betriebssystem war Windows XP. Für die Grafik zeichnet ein Intel 945 GSE-Chipsatz verantwortlich – untere Mittelklasse.

Asus stülpt seine eigene Oberfläche Namens „Easy Mode“ mit großen und bunten Icons über die Windows XP-Oberfläche. Das sieht gut aus und verspricht eine einfache Steuerung per Fingertipp über den schnell reagierenden Touch-Screen. Aber die Hoffnung löst sich schnell in Wohlgefallen auf. Ein Klick auf „E-Mail“ etwa öffnet ein ordinäres Outlook-Express, hinter „Tabellenkalkulation“ liegt die bewährte, aber simple Bürosoftware Open Office 8 von Sun. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber ohne Maus und Tastatur läuft da gar nichts. Wie es gehen könnte, zeigen Anwendungen wie das Media-Center „EEE Cinema“, das mit großen Icons an das Microsoft Media Center erinnert und schön per Fingerwisch zu bedienen ist.

Das Programm „Softstylus“ rüstet Browser oder Textverarbeitung mit einer virtuellen Bildschirmtastatur nach – die Nutzung ist aber etwas mühselig.

Fazit: Ok, der iMac von Apple ist das Maß aller Dinge, wenn es um Monitor-PCs geht. Aber er ist auch mindestens doppelt so teuer. Wer die zusätzliche Power des Obst-Rechners nicht braucht, findet im Asus einen guten Web-Kumpel im attraktiven Outfit. PC-Spieler oder Videoschnitt-Enthusiasten sollten um den EEE-Top wegen der mauen Grafik einen großen Bogen machen. Web-Fans, Musikfreunde und Gelegenheitsarbeiter haben mit dem softwareseitig gut ausgestatteten Desktop aber alles, was sie brauchen. Was noch fehlt, wäre ein optimal auf Berührungssteuerung ausgelegtes Windows 7, dann macht auch der Touchscreen Spaß. Aber das könnte Ende 2009 ja schon da sein. Im Internet-Handel kostet der EEE Top 1602 mit Win XP um 520 Euro.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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