Postinetts Teststrecke
Spaß mit Genschman-TV

Das Schönste am Sharp Aquos LC-15L1E sind seine unverwechselbaren Ohren. Die erinnern so nett an den früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher. "Genschman" war wohl der erste politische Medienstar in Deutschland. Damals, als man außenpolitische Herausforderungen noch mit dem großen Scheckbuch regeln konnte.

HB DÜSSELDORF. Den Kauf des LC-15L1E (Wer hat sich nur den Namen ausgedacht?) sollte man tunlichst auch mit dem großen Scheckbuch regeln. Während 38-cm-Röhrenfernseher für ein Hand voll Euro über die Ladentheke gehen, will Sharp für den TV-Zwerg stattliche 1800 Euro haben.

Der Grund liegt in einer weiteren Seelenverwandtschaft mit dem FDP-Vorbild: eine gewisse Unabhängigkeit. Der eine von politischen Strömungen, der andere vom schnöden Kabel. Der Mobile Aquos kommt ohne Antennenkabel oder Netzstecker aus. Ein Funktransmitter sendet Bild und Ton an das akkubetriebene Display. Unabhängigkeit ist halt ein Luxus für sich.

Das Testgerät war schnell montiert. Die Funktechnik ist für den Benutzer völlig unsichtbar, keine Treiber- oder Funkkanalsuche. Die Basiseinheit wird an Stromnetz und TV-Quelle angeklemmt, der Schirm an das Akkuladegerät. Drei Grundeinstellungen, der Sendersuchlauf - fertig.

Die Bildqualität ist sehr gut. Mit einer Leuchtdichte von 450 cd/m2 (laut Hersteller), also der Lichtmenge in "Candela pro Quadratmeter", liegt das Display in der Oberklasse. Billigere LCD-Panels (meist aus älteren Fabriken) haben oft nur 250 cd/m2 zu bieten. Das geht auch, ist aber nicht grundlos billiger.

Zusammen mit einer Sharp-eigenen Entspiegelungstechnik und einem maximalen Kontrast von 500:1 ist mit dem Aquos auch Fernsehen in hellerer Umgebung, also im Garten etwa, möglich. Die Ausleuchtung des Bildschirms war beim Testgerät gleichmäßig, bei angenehmen Farben - und gutem Klang aus den Lautsprecher-Ohren.

Doch wofür das Ganze, wenn man für das Geld auch bald drei normale LCD-TV in dieser Größe kaufen kann? Der LC-15L1E ist ein Fliegengewicht und kann überall im Haus aufgestellt werden, wenn keine zu dicken Mauern - möglichst noch Stahlbeton - den Empfang stören. Küche, Garten, Schlafzimmer, egal. Anschlüsse für DVD- oder Videorekorder gibt es an Basisstation und Display. Der Akku langte im Test für gut 2,5 Stunden. Das reicht für den Tatort am Sonntag, aber bei langen Hollywood- Filmen auf DVD wird?s eng. Da muss das Zusatznetzteil weiterhelfen. Im Praxisbetrieb zeigte die Funktechnik leichte Schwächen. Das TV-Bild stockte und ruckelte ab und zu, auch wenn die Basisstation direkt neben dem Display stand.

Fazit: Ein hübsches Luxus-Gadget zum Luxuspreis. Wer an ungewöhnlichen Orten dem TV-Vergnügen frönen will und kleine Macken toleriert, ist mit Genschman-TV gut bedient. Empfehlenswert: Mit dem Händler einen Probetermin vereinbaren und unter Echtbedingungen im eigenen Haus den Empfang testen. Ein PC-Anschluss ist nicht möglich.

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