Postinetts Teststrecke
Video, ergo sum

Microsoft kombiniert Spaß und Design bei der neuen Form der Videokonferenz: Die Show-Cam des Softwareunternehmens ist eine Designer-Webcam mit eingebauten 3D-Animationen im Comic-Stil. Die Smileys der Generation Youtube machen Videotelefonie zum Riesenspaß.

Der Gegenüber beim Videogespräch ist völlig überrascht. "Wie bitte?", sagt er, und die Augen werden plötzlich im Comic-Stil so groß wie Wagenräder. Willkommen in der neuen Spaßwelt der Videotelefonie - in der Smileys zum Alltag werden.

"Mit Humor geht alles leichter": Getreu diesem Motto kombiniert Microsoft bei der Show-Cam Spaß und Design. Das soll die Hemmschwelle senken, damit sich Freunde und Bekannte unverkrampft zu Videokonferenzen verabreden.

Für jede Menge Spaß sorgen dabei 30 witzige 3D-Animationen: Egal ob Sonnenbrille, Cowboyhut oder blonde Perücke - alles kann der Nutzer per Knopfdruck auf den Bildschirm zaubern. Dank Gesichts- und Bewegungserkennung bewegen sich die Animationen sogar mit, wenn ein Kopf seine Position verändert. Wer seinem Erstaunen Ausdruck verleihen will, braucht nur einen Knopf zu drücken und bekommt die gewünschten Comic-Augen - das Spaßpaket für die Generation Youtube.

Auf dem Schreibtisch macht die schlanke Kamera mit ihrem grazilen Standfuß einen eleganten Eindruck. Zumindest theoretisch. In der Praxis verdirbt das USB-Verbindungskabel den coolen Gesamteindruck etwas. Vielleicht hätte Microsoft das Kabel in den Standfuß integrieren und die Kamera per Stecker aufsetzen sollen.

Pfiffig ist das mitgelieferte Befestigungsset. Immer mehr Menschen wechseln heute zwischen Desktop und Laptop hin und her. Geht die Show-Cam mit auf Tour, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie lässt sich per Clip aufstecken oder auf einen Magnetfuß stellen, der auf den Laptopdeckel geklebt wird. Der Nachteil: Die Kameralinse ist dann fest mit dem jeweils eingestellten Neigungswinkel des Bildschirms gekoppelt.

Der Videochip schafft eine Auflösung von zwei Megapixeln. Bei der Glasoptik mit Fix-Fokus liegt der Schärfebereich zwischen 53 und 152 Zentimetern - das reicht für Videotelefonie vollkommen aus. Wichtiger noch ist die hohe Lichtempfindlichkeit. Brauchbare Farbbilder sind auch bei mäßiger Beleuchtung möglich. Mit Zusatzlicht, etwa über eine Schreibtischlampe, sind die Aufnahmen noch besser. Der automatische Weißabgleich funktioniert zuverlässig.

Das Mikrofon mit Rauschunterdrückung sorgt für sauberen Klang, solange man sich nicht auf einer belebten Straßenkreuzung aufhält. In einem gut besuchten Starbucks mit vielen Hintergrundgeräuschen lässt sich noch gut videofonieren. Die Echo-Unterdrückung ist allerdings nur bei Windows Vista möglich.

Die Show-Cam funktioniert mit gängigen Messenger-Programmen wie AIM, Yahoo oder Skype. Ihre ganze Stärke aber spielt sie erst mit der Livecam-Software aus. Die wiederum ist auf Windows Vista und den Windows Live Messenger zugeschnitten. Videobotschaften lassen sich aufzeichnen und für abwesende Freunde wie auf einem Anrufbeantworter ablegen. Ein kleines Desktop-Programm ("Gadget") hält ähnlich einem Telefonbuch die sechs wichtigsten Kontakte auf Knopfdruck bereit.

Mit rund 100 Euro ist die Show-Cam nicht gerade billig, aber ihr Geld wert. Ein Vista-Rechner sollte mindestens über einen 2,8-Gigahertz-Prozessor und einen Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen, zwei Gigabyte wären aber besser. Ein Breitband-Internetanschluss ist für Videotelefonie natürlich Pflicht.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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