Postinetts Teststrecke
Web für Zapper

Internet auf dem Fernsehen ist das Thema der IFA. Zum Glück: Wer Wohnzimmer-Web genießen will, muss nicht gleich einen neuen Flachmann kaufen. Die Firma Videoweb bietet mit der Set-top-Box S500 eine Lösung für die Besitzer von älteren Flatscreen-TVs.
  • 0

Was 2008 zaghaft begann, ist schon flächendeckende Realität. Alle namhaften TV-Geräte-Hersteller haben auf der Funkausstellung Top-Modelle ihrer LCD- und Plasma-Produktlinien mit eingebauten Web-Browsern und Internet-Portalen gezeigt. Selbst die Online-Videothek ist integriert. Doch das nützt den Besitzern eines "alten" Flatscreen-TVs leider herzlich wenig.

In diese Bresche grätscht die Firma Videoweb mit der Settop-Box S 500. Gesteuert über eine einheitliche Benutzeroberfläche per Fernbedienung bietet die flache schwarze Kiste Zugriff auf Satelliten-TV (Sorry, liebe Kabelkunden, ihr müsst draußen bleiben) und Internetdienste per DSL-Anschuss. Dazu gibt es ein eigenes Videoweb-Portal mit Serviceangeboten.

Kernfunktion ist natürlich der Empfang aller unverschlüsselten TV-Programme in SD und HD (hochauflösend). Ein Upgrade auf HD+ ist vorgesehen, um verschlüsselte Pay-HD-Angebote von Pro Sieben oder RTL gegen bare Münze freischalten zu können.

Die lautlose Box verfügt auf der Rückseite über alle gängigen Anschlüsse wie HDMI (nötig für HD-TV-Programme), Komponenten- und Composite-Videoausgang. Es gibt zudem einen analogen und digitalen S/PDIF-Audio-Port, um die Heimkinoanlage anzuschließen. Der DSL-Router wird per Ethernet-Kabel angeschlossen - das ist zuverlässiger als W-Lan, sorgt aber für Kabelsalat.

Bei herkömmlichen Receivern ist es meist aufwendig, eine Senderliste zusammenzustellen. Bei Videoweb geschieht das über die Homepage des Herstellers im Internet. Da wird die Favoritenliste per PC oder Laptop mit Tastatur und Maus bearbeitet, das Ergebnis dann automatisch auf den Receiver übertragen. Ändern sich Transponderplätze wird das im Karlsruher Rechenzentrum neu angepasst. Der Boxennutzer merkt nichts davon.

Neue Sender lassen sich aus der unübersichtlichen Vielfalt per Rubrikenauswahl (Musik-TV, Nachrichten-TV, Kino-TV, usw.) auswählen. Im "Familienmodus" sind Erotik-Sender oder Klingelton-Abzocksender ausgeblendet. Gut so.

Für die Aufnahme von TV-Sendungen im Standardformat kann eine handelsübliche USB-Festplatte angeflanscht werden. Der Käufer profitiert somit immer von fallenden Preisen bei diesen Speichermedien und kann die Platten auch selber auswechseln.

Die Internetdienste sind auf das beschränkt, was der Anbieter vorgibt. Videoweb verspricht zumindest, laufend neue Dienste hinzuzufügen. Den Wahrheitsgehalt des Versprechens wird die Zukunft zeigen müssen. Heute gibt es Standards wie Google Maps, Facebook oder Twitter sowie Fotodienste wie Picasa oder Flickr.

Fazit: Der Anfang ist gemacht, andere werden folgen. Die S 500 ist die Kombination aus alter und neuer Welt mit einem Schuss Bequemlichkeit für erträgliche 249 Euro. Das Schöne ist, verglichen mit Angeboten von Telekom-Konzernen oder TV-Geräte-Herstellern, die Unabhängigkeit. Ein DSL-Providerwechsel (etwa, um ein günstiges Angebot zu nutzen) ist möglich.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Postinetts Teststrecke: Web für Zapper"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%