Preise für Auslandsgespräche
Vodafone bleibt bei Roaming-Gebühren hart

Aktuell sieht der zweitgrößte deutsche Mobilfunknetzbetreiber Vodafone keinen Anlass, die Gebühren für Handy-Telefonate im Ausland zu senken.

HB FRANKFURT. „Wir haben das günstigste Angebot im Markt“, sagte ein Firmensprecher am Montag. Seit Juni 2005 können Vodafone-Kunden in 20 anderen Ländern zu denselben Minutenpreisen telefonieren wie in Deutschland. Pro ab- oder eingehendem Telefonat wird allerdings ein Einmalentgelt von 0,75 Euro fällig.

EU-Telekommunikationskommissarin Viviane Reding erwägt, durch eine Verordnung die so genannten Roaming-Gebühren, die beim Telefonieren mit dem Handy im Ausland anfallen, zu begrenzen. Der europäische Branchenverband GSM hatte bereits gewarnt, die Pläne gefährdeten die globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile sieht keine Notwendigkeit für eine Regulierung beim Roaming. Die Branche könne das Thema allein in den Griff bekommen. „Dafür brauchen wir keine Preisregulierung“, sagte T-Mobile-Chef Rene Obermann der „Welt am Sonntag“. Zugleich kündigte er an, die Preise für Auslandsgespräche zu senken. „Wir werden in diesem Frühjahr unsere Tarife für das Roaming weiter senken“, sagte Obermann.

Der größte Konkurrent Vodafone sieht auch keinen Anlass, die so genannten Terminierungsentgelte, die bei Weiterleitung von Gesprächen aus dem Festnetz von den Mobilfunknetzbetreibern erhoben werden, weiter zu reduzieren. „Wir haben gerade gesenkt“, sagte der Vodafone-Sprecher.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hatte vergangene Woche eine weitere freiwillige Preissenkung der Unternehmen gefordert, weil die jetzigen Gebühren im europäischen Vergleich immer noch hoch seien. Wenn die Unternehmen sich nicht bald untereinander verständigten, werde die Behörde die Preise festsetzen, warnte er. Bundesnetzagentur und EU-Kommission sind sich einig, dass alle vier deutschen Netzbetreiber bei Gesprächen, die aus dem Festnetz in ihr jeweiliges Netz gehen, eine marktbeherrschende Stellung haben.

Die beiden großen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone hatten die Terminierungsentgelte zum 15. Dezember auf elf Cent je Minute gesenkt. Die KPN-Tochter E-Plus und O2 verlangen 12,4 Cent. Sie erwirtschaften einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes mit diesen Gebühren.

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