Preisgünstige Guthaben-Karten kommen bei jüngeren Kunden gut an
Mobilfunk-Discounter Simyo lockt Vertragskunden der großen Anbieter

Simyo, die Billigtochter des Mobilfunkanbieters E-Plus, zieht wider Erwarten nicht nur Nutzer an, die bereits Guthabenkarten für ihre Handy-Telefonate verwendet haben. Gut jeder Zweite der Simyo-Kunden hatte bisher einen Mobilfunkvertrag oder besitzt immer noch einen.

lou HB DÜSSELDORF. Simyo, die Billigtochter des Mobilfunkanbieters E-Plus, zieht wider Erwarten nicht nur Nutzer an, die bereits Guthabenkarten für ihre Handy-Telefonate verwendet haben. Gut jeder Zweite der Simyo-Kunden hatte bisher einen Mobilfunkvertrag oder besitzt immer noch einen - ein Drittel der Simyo-Kunden ergänzt mit dem Discounter bestehende Verträge. Das ist das Ergebnis einer Kundenanalyse, aus der Simyo-Chef Rolf Hansen dem Handelsblatt berichtet hat.

"Nach und nach werden immer mehr Verträge auslaufen. Und dann entscheiden sich auch mehr Kunden für Simyo als Erstkarte," hofft Hansen. Als Grund nennt er die Vertragslaufzeiten: In der Regel sind Handy-Nutzer zwei Jahre an ihren Anbieter gebunden. Bei längerer Bindung erhalten sie in der Regel alle zwei Jahre neue Handys. Hansen geht davon aus, dass viele seiner Kunden neue für die abgelegten Geräte jetzt eigene Mobilfunkkarten kaufen, etwa für ihre Kinder.

Simyo verkauft seit Ende Mai ausschließlich über das Internet Guthabenkarten. Mit einem Einheitstarif von 19 Cent je Minute eröffnete Hansen ein Billigsegment für Handy-Telefonate in Deutschland. Mittlerweile sind drei weitere Anbieter mit ähnlichen Konzepten auf den Markt gekommen. Die Nutzerangaben von Simyo sind erste Hinweise auf die Struktur der Käufer in Deutschland, für die ein Discount-Mobilfunkangebot in Frage kommt.

Das scheinen vor allem junge Familien zu sein - die durchschnittliche Haushaltsgröße der Simyo-Kunden liegt bei statistischen 2,8 Personen. Die Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen ist am stärksten repräsentiert. "15 Prozent unserer Kunden sind aber auch über 50 Jahre alt. Das hat uns sehr überrascht, weil wir ja nur im Internet vertreten sind," sagt der Simyo-Chef. Angaben zu den Nutzerzahlen oder den monatlichen Umsätzen pro Kunde wollte Hansen nicht machen.

Der 39-Jährige schätzt das Potential für Billiganbieter im deutschen Mobilfunkmarkt auf etwa acht bis 13 Prozent. Europaweit haben so genannte virtuelle Netzbetreiber, die wie Simyo kein eigenes Netz besitzen, sondern nur Minuten einkaufen, einen Marktanteil von 20 Prozent. Hansen hat mit der Einführung des neuen Geschäftsmodells die Preise im deutschen Mobilfunkmarkt stark unter Druck gesetzt.

Als Konkurrenten betrachtet der Simyo-Chef jedoch nicht die anderen virtuellen Netzbetreiber wie Easymobile oder Blau, die vor wenigen Wochen gestartet sind. "Wir treten gegen die etablierten Netzbetreiber an," erklärt er. Auch der eigenen Mutter schnappt er natürlich Kunden weg. E-Plus-Chef Uwe Bergheim hatte zum Start von Simyo geschätzt, dass etwa 20 Prozent seiner Kunden sich für das neue Angebot entscheiden würden.

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